RODENBERG (pd). Das ehemalige Optikergeschäft an der Langen Straße 2, gegenüber dem "Hotel Stockholm" soll zu einem Treffpunkt für Senioren umgebaut werden. Die Räume befinden sich in einem Gebäudekomplex, das der Stadt gehört. Bei einer Sitzung vor Ort machten sie Mitglieder des Rodenberger Bauausschusses und zahlreiche Zuhörer ein Bild von dem Zustand des Ladens.
Einstimmig wurde beschlossen, dem Rat der Stadt den Ausbau zu einem Seniorentreff zu empfehlen. Mindestens 58 000 Euro, so die Kostenermittlung durch die Bauverwaltung, müssen dafür in die Hand genommen werden. "Ohne Einrichtungsgegenstände oder Inventar", wie der Ausschussvorsitzende Hans-Dieter Brand (SPD) ausdrücklich betonte. Rodenberger Kirchen, der Seniorenbeirat, Wohlfahrts- und Sozialverbände hatten sich im Vorfeld für eine solche Einrichtung stark gemacht. Die Anlaufstelle soll ein "niederschwelliges Angebot" vorhalten, wie es der Sprecher der Initiative, Pastor Ralf Janßen, näher erläuterte. An drei Vormittagen in der Woche, so sieht es bislang das Konzept vor, soll der Treffpunkt seine Türen offen haben. Brand betonte in der Einleitung zur öffentlichen Sitzung, dass es einen "parteiübergreifenden Konsens" zu dem Thema geben würde.
Die zu leistenden Umbauarbeiten und die Kosten brachte Bauamtsleiter Jörg Döpke vor. 58 000 Euro insgesamt haben die Fachleute der Verwaltung dafür ausgerechnet. Der Sanitärbereich muss ausgebaut und behindertengerecht umgebaut werden, Fliesenarbeiten müssen erledigt werden, die Elektrik muss erneuert werden, und auch ein neuer Fußbodenbelag ist notwendig, führte Döpke unter anderem aus. Die Kosten in Höhe von 8000 Euro für den Austausch von Fenster und Türen würden auch anfallen, wenn die Stadt die Räume für eine gewerbliche Nutzung herrichten lassen würde, ergänzte er.
Uwe Märtens, Beisitzer im Ausschuss, nutzte die Fragestunde, um "kritisch nachzuhaken", wie er sich ausdrückte. Dafür, dass der Stadt durch die Einrichtung eines Treffpunktes für Senioren Mieteinnahmen fehlen werden, wollte er schon gerne ein schlüssiges Konzept vorgelegt bekommen.
Kurz zu Wort kam dann Doris Angerstein, die als DRK-Ortsvereinsvorsitzende daran erinnerte, dass ein solches Konzept den Vertretern von Politik und Verwaltung längst vorstellt worden sei. Pastor Janßen unterstützte sie, in dem nochmals ausführlich auf die Grundidee für die Gründung eines Seniorentreffpunktes einging. Die Kosten könne man, so Janßen, unter Umständen dadurch mildern, dass man Sponsoren mit ins Boot holen könnte. Die zunächst anvisierten Öffnungszeiten könnten bei Bedarf auch noch ausgeweitet werden. "Wir müssen doch erst einmal sehen, wie alles anläuft", erklärte der Pastor.
Döpke brachte kurz die Betriebskosten ins Spiel, die weiter von der Stadt übernommen werden müssten. Pastor Janßen setzte dagegen, dass im sozialen Bereich nichts ohne Kosten laufe und dass außerdem der Einsatz der Ehrenamtlichen hoch einzustufen seien. Auf den Vorschlag von Stephan Lotz (CDU), Jugendlichen auch den Zugang zum Treffpunkt zu ermöglichen, reagierte die Initiative mit einigem Zögern. Und die Frage von Doris Angerstein "Wieviel Geld habt ihr denn in den letzen 15 Jahren in die Seniorenarbeit gestellt?" blieb unbeantwortet.
Am Ende blieb der feste Wille, die Räume für einen Seniorentreffpunkt auszubauen mit der Option, später eventuell auch andere Zielgruppen mit ins Boot holen zu wollen. "Lassen sie uns das Machbare auf solide Füße stellen", wünschte sich Pastor Janßen. Ratsherr Friedrich Hardekopf (CDU) stellte den Antrag, den Laden zum Seniorentreff auszubauen. Einstimmig folgte der Bauausschuss diesem Ansinnen. Foto:pd.