LANDKREIS/NENNDORF (pd). Die SPD/FDP-Kreistagsfraktion im Landkreis Schaumburg hat sich bei einer Besichtigung der Biogasanlage Bad Nenndorf ein umfassendes Bild über die Einrichtung verschafft.
Angeführt wurde die Besucherdelegation von Fraktionssprecher Eckhard Ilsemann (SPD). Auch Landrat Jörg Farr war bei dem informellen Termin dabei. In zwei Gruppen wurden die Kreistagspolitiker über das Areal geführt. Betreiber Heinz Schweer und Thorsten Dehne übernahmen die Betriebsführung.
Erneuerbare Energien haben einen beachtlichen Teil des gesamten Energiemarktes erobert. Laut Landvolk-Pressedienst (LPD) falle dabei der Energieerzeugung aus Biomasse die bedeutendste Rolle zu. Diese mache etwa 70 Prozent der erneuerbaren Energie aus. Die Domäne der Biomasse sei die Wärmerzeugung. Auch im Landkreis Schaumburg würde die Produktion von Wärme aus Biogas eine immer größere Bedeutung zufallen.
Ein wichtiger Baustein in dieser Neuausrichtung sei die Biogasanlage, das betonte auch Heinz Schweer, der zusammen mit vier weiteren Landwirten aus der Region und der Raiffeisengenossenschaft Nienhagen die Anlage in der Nähe des Bad Nenndorfer Klärwerkes betreibt.
Bei der Standortfrage habe man sich vor allem daran orientiert, dass das Hallenbad in unmittelbare Nähe von der Energielieferung durch die Anlage profitiert.
Mit der Biogasanlage würden gleich mehrere Aufträge erfüllt, führte Schweer aus. Zum einen spiele der ökologische Grundgedanke eine Rolle. Vorhandene Ressourcen würden genutzt, um öffentliche Gebäude in der Nähe mit Energie zu versorgen. Und gleichzeitig werde eine Wirtschaftlichkeit erzielt. 17 Biogasanlage gebe es derzeit in Schaumburg. 220 bis 240 Hektar Mais werden für die Anlage benötigt. Die Kreistagspolitiker erfuhren auch, dass sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Schaumburg für die Speisung von Biogasanlagen genutzt werden. "Die Anlage ist ein Prototyp", erläuterte Betreiber Dehne. Die Leistungsstärke der Anlage Bad Nenndorf bezifferte Schweer mit 1720 Kilowatt Feuerungswärmeleistung. Betrieben wird sie vorrangig mit Hühnertrockenkot und Mais. Foto: pd