1. Kinder haben "sofort ein Gefühl von Urlaub"

    Kinderschutzbund organisiert fünf erlebnisreiche Ferientage auf dem Twelenhof / Therapeutisches Reiten gefällt

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    RINTELN (km). "Das Schönste an dieser Woche war für mich das Reiten!" Die Erinnerung eines Mädchens sprach vielen Kindern aus dem Herzen. 13 waren es insgesamt, die jetzt bei den Ferientagen auf dem "Twelenhof" dabei waren.

    "Selbst anfangs sehr zurückhaltende Kinder," resümierte Albrecht Schäffer vom Kinderschutzbund, "trauten sich im Lauf der Ferientage auf den Rücken der Therapiepferde - und strahlten, wenn ihnen eine neue Übung gelungen war."

    Dabei war das therapeutische Reiten nur eines der Angebote, mit denen sich die Kinder beschäftigen konnten. Mit einem Team freiwilliger Helferinnen und Helfer hatten Martina Platen und Albrecht Schäffer ein abwechslungsreiches Programm für die fünftägige Freizeit zusammen gestellt, bei der die Teilnehmer im Alter von fünf bis zwölf Jahren aus Rinteln dabei waren. Passend zum Thema "Wie bei den Indianern" konnten sich die acht Mädchen und fünf Jungen nicht nur ein buntes Gewand, eine Perlenkette und einen Federschmuck für den Kopf herstellen - und mussten sich auch im Anschleichen üben, um beim Spiel "Klapperschlange" nicht von dem Jäger erwischt zu werden. Außerdem gab es Stockbrot nach Indianerart, das über der Glut gebacken wurde.

    "Die Kinder haben auf dem Hof von Martina Platen und Johannes Hoever unterhalb von Goldbeck viel Freiraum, um sich an der frischen Luft zu bewegen, zu spielen, Tiere hautnah zu erleben und mit anderen Kindern zusammen zu sein," beschrieb Albrecht Schäffer ein Erfolgsgeheimnis der Freizeit.

    Obwohl man nur eine Viertelstunde von Rinteln entfernt sei, hätten die Kinder "sofort ein Gefühl von Urlaub". Neben dem gemeinsamen Singen, Spielen und Essen sei das therapeutische Reiten besonders wichtig für die Jungen und Mädchen. Martina Platen, Reitpädagogin und langjährige Mitarbeiterin beim Kinderschutzbund, erläuterte, worauf es beim therapeutischen Reiten ankommt: "Es geht um die heilpädagogische Förderung des reitenden Menschen und weniger um die sportliche Leistung mit dem Pferd. Das therapeutische Reiten wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele des Menschen aus und fördert seine Persönlichkeit."

    Behutsam würden die Kinder Schritt für Schritt an die Zusammenarbeit mit dem Therapiepferd herangeführt. Die Reaktion des Tieres auf das Verhalten der Kinder sei vielfach wie ein Spiegel, so Martina Platen, der den Kindern bewusst mache, wie sie auf andere wirkten. Die Wärme des Pferdekörpers und die Ruhe der großen Tiere helfe unsicheren Kindern dabei, sich zu entspannen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. -

    Als sehr beliebt erwies sich auch die Mischlingshündin "Lotte", mit sieben Monaten das jüngste Mitglied der Tierfamilie auf dem Meierberger "Twelenhof". Mit ihr konnten die Kinder herumrennen und toben. Und als es an einem Tag regnete, machte das "Lotte" sogar mit beim Versteckspiel auf dem Heuboden mit.

    Trotz des wechselhaften Wetters waren am Ende nicht nur die Kinder, sondern auch die Verantwortlichen des Kinderschutzbundes sowie die vielen fleißigen Helfer sehr zufrieden mit dem Verlauf der Ferientage auf dem "Twelenhof".

    Mitmachen durften dabei Rintelner Kinder, deren Familien durch eine Familienpatin des Kinderschutzbundes unterstützt und begleitet werden. Auch die Helferinnen und Helfer im Freizeitteam waren überwiegend Familienpaten, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um Familien kümmern.

    "Uns war es wichtig, Kindern aus Rinteln erlebnisreiche und erholsame Ferientage zu ermöglichen, die mit ihren Familien zur Zeit nicht die Chance haben, in den Urlaub zu fahren," subsummierten Martina Platen und Albrecht Schäffer unisono. Besonderer Dank galt in dem Zusammenhang der "Stiftung für Rinteln", ohne deren großzügige finanzielle Unterstützung die Maßnahme gar nicht möglich gewesen wäre.

    Gemäß ihrer Satzung unterstützt die "Stiftung für Rinteln" Maßnahmen zur Förderung von Bildung, Erziehung und Integration von Kindern und Jugendlichen. Wie schon bei der "Sommerferien-Card" für das Freibad geht es den Mitgliedern des Stiftungsrates vor allem darum, Kindern aus benachteiligten Familien zu helfen und Kinder mit besonderem Förderbedarf zu unterstützen. Foto: km

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