BAD NENNDORF (pd). Wenn es nach den Vorstellungen von Architekt Oliver Zech geht, dann soll in das Kurhaus von Bad Nenndorf durch die Sanierung der Retro-Look einziehen. Denn Zech schwebt vor, die geraden Linien und Konturen am Gebäude zu behalten und damit das Erscheinungsbild nach Art der sechziger Jahre wiederherzustellen.
Im Wirtschafts- und Finanzausschuss der Stadt Bad Nenndorf gab Zech ausführliche Erläuterungen ab. Die Verwaltung soll jetzt klären, welche Fördertöpfe für die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden können.
In seinem Vorschlag für ein "revitalisiertes" Gebäude stellte Zech die Verbindung her zwischen dem ursprünglichen Aussehen aus dem Jahr 1962 und den heutigen Anforderungen an ein Kurhaus. Ein Ziel, dass die Politik mit der Umgestaltung des Kurhauses verfolgt, ist die lohnende Vermarktung der knapp 4000 Quadratmeter großen Fläche. Diese Vorgabe ist in die Pläne des Architekten mit eingeflossen.
Etwa 1680 Quadratmeter Fläche sind im Kurhaus derzeit ungenutzt. Handlungsbedarf bestehe laut Zech für die Bausubstanz. Das Gebäude weise eklatante Brandschutzmängel auf. Außerdem, so der Experte aus Barsinghausen, sei das Haus in energetischer Hinsicht auf dem Stand von vor 30 Jahren.
Kernpunkt seiner Vorstellungen ist die Idee, die Umbauarbeiten aus den 70er Jahren wieder rückgängig zu machen. So sollen der überbaute Innenhof wieder geöffnet und die Terrasse im Obergeschoss über eine Freitreppe erreichbar gemacht werden. Der Anbau, in dem derzeit das italienische Restaurant "Andria" untergebracht ist, müsse nach den Vorstellungen von Zech abgerissen werden. Mit dem Ziel, die Fläche vor dem zentralen Eingang wieder einen Platzcharakter zu verleihen.
Zech schlägt vor, die Ladenzeile im Erdgeschoss als eine Art Ladenpassage zu führen. Eine große Terrasse soll das Gebäude an den Kurpark anbinden. Für die Gestaltung der Fassade schlägt er weißen Putzanstrich vor. Bei seinen Plänen habe er sowohl die Vorstellungen der Mieter als auch derjenigen, die an einer Fläche im Kurhaus interessiert sind, berücksichtigt, betonte der Architekt in seiner Präsentation dem Ausschuss. Um den Geschäftsbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, sollen die Umbauarbeiten im laufenden Betrieb über fünf Jahre erfolgen. Die Kosten bezifferte Zech mit 5,8 Millionen Euro. In diesem Betrag sind die Aufwendungen mit eingerechnet, die für die Umgestaltung des Kursaals notwendig sind. Foto: privat