1. Ziegen erhalten das Kulturdenkmal im Wald

    Hutewald-Projekt im Forstamt Oldendorf ist Naturschutz

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    RINTELN (em). Eine Ziegenherde sorgt in der Revierförsterei Taubenberg für den Erhalt eines kulturhistorischen Waldes. Mit der Beweidung der zweieinhalb Hektar großen Fläche wird verhindert, dass die alten "Hutewaldeichen" langfristig von anderen Baumarten überwachsen werden.

    "Die Waldweide ist eine aus dem Mittelalter stammende Form der Waldnutzung, die wir an dieser Stelle mit den schönen alten Eichen mit ihren ausladenden Baumkronen erhalten wollen" erklärt Heiko Brede, der als Naturschutzförster der Niedersächsischen Landesforsten das Projekt betreut. Es besteht seit 1999 und begann mit der Herausnahme aller unter- und zwischenständigen Buchen, um die alten Eichen freizustellen. Anschließend wurde die Fläche mit einem Hordengatter eingezäunt und seither beweidet. Dies geschah zunächst mit Heidschnucken, heute sind sogenannte "Burenziegen" im Einsatz. Sie haben sich besser bewährt als ihre Vorgänger und gehören einem Landwirt aus Rinteln.

    Der Erhalt von Hutewäldern ist ein Bestandteil des Waldschutzgebietskonzeptes der Niedersächsischen Landesforsten. Neben dem Erhalt von für den Naturschutz besonders wertvoller Waldbiotope geht es hier auch um die Bewahrung kulturhistorischer Waldnutzungsformen. Hierzu gehören neben Nieder- und Mittelwäldern auch die sogenannten Hutewälder, von denen es in den Landesforsten nur noch wenige gibt. Die Fläche im Forstamt Oldendorf ist die größte ihrer Art.

    Die Beweidung des Waldes durch Kühe, Schweine und Schafe war im Mittelalter eine beliebte Nutzung des Waldes, die diesem meist nicht gut bekam und zur Vergreisung und Verarmung der Wälder führte. Insbesondere die Schweineweide war sehr beliebt. Noch heute zeugen Flurnamen wie "Schweineweide" oder "Schweineberg" davon. Hierzu eigneten sich besonders lichte Eichenwälder mit mächtigen Baumkronen, die reichlich leckere Eicheln abwarfen. Dadurch dass das Vieh sämtlichen anderen Bewuchs niederhielt entstanden so parkähnliche offene Wälder. In alten Walddarstellungen aus der Romantik ist dies oft zu erkennen. Weitere Informationen zum Waldschutz in den Niedersächsischen Landesforsten gibt es unter www.landesforsten.de im Internet. Foto: privat

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