SAMTGEMEINDE (pd). Zu den am Sonnabend erwarteten Aufmärschen von Neonazis in der benachbarten Kurstadt hat jetzt auch die Samtgemeinde Rodenberg in eindeutiger Form Stellung bezogen. Der Rat der Samtgemeinde hat eine Resolution verabschiedet, in der eine klare Ablehnung der so genannten "Trauermärsche" zum Ausdruck kommt.
Im Wortlaut heißt es weiter: "Seit einigen Jahren suchen vermehrt Nazis Bad Nenndorf auf und wollen dort die Geschichte um das Naziregime im Dritten Reich verdrehen.
Als Nachbarn ist Ziel unseres Aufrufes die ständige Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit.
Ziel unseres Aufrufes ist es auch, sich mit den Grundwerten der Demokratie zu befassen. Seien Sie deshalb als Bürgerinnen und Bürger unseres Landes mutig genug und zeigen Sie dann Zivilcourage, wenn andere die Werte der Demokratie, insbesondere die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, bei einem sogenannten Trauermarsch mit Füßen treten und in den Dreck ziehen wollen.
Schweigen Sie nicht, sondern sprechen Sie mit anderen darüber, wo es eine solche Demokratie wie diese in der Welt noch gibt. Wie wertvoll ist diese Demokratie, wie wir sie nach der Schreckensherrschaft durch die Nazis entwickeln durften? Können wir nach all dem nicht auf unser Grundgesetz stolz sein? Sind Sie nicht deshalb auch stolz darauf, eine Deutsche, ein Deutscher zu sein? Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam daran arbeiten, Menschen und demokratische Organisationen quer durch alle Bevölkerungsschichten zu verbinden. Wir wünschen uns, dass sich alle Menschen für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft einsetzen.
Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger sowie die demokratischen Organisationen dazu auf, am 6.August gegen rechte Gesinnung, also gegen die Feinde der Demokratie, bei der Gegendemonstration zum sogenannten Trauermarsch der Nazis in Bad Nenndorf, aufzustehen und Gesicht zu zeigen.
Unser Ziel als Menschen in diesem Land ist es, ein Klima zu schaffen, in dem kein Platz für Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung ist.
(Neo-) Nazis sollten sich in unserem Land nicht noch einmal verwirklichen und ihr Unwesen treiben können.
In unserer Samtgemeinde und auch in unserer Umgebung sind Nazis unerwünscht!