BAD NENNDORF (em). Am Mittwochnachmittag, 20. Juli, haben Kontrollbeamte des Hauptzollamts Hannover den in Richtung Westen fließenden Verkehr auf der Autobahn 2 beobachtet. Gegen 17 Uhr kontrollierten sie auf dem Rastplatz Bückethaler Knick Höhe Nenndorf, zwei Autotransporter einer polnischen Spedition.
Als Fahrer trafen sie den 36-jährigen Juniorchef des Unternehmens und einen 60-jährigen Mitarbeiter an. Ein durchgeführter Datenabgleich ergab, dass gegen den 36-jährigen und gegen das Transportunternehmen Vollstreckungsersuchen vorlagen. So wurden zunächst durch vier Bargeldpfändungen 350 Euro kassiert. Bei der Überprüfung der Fahrzeuge entdeckten die Zöllner dann mehrere Kanister mit Dieselkraftstoff. Für eine Mehrmenge von 70 Litern Dieselkraftstoff entrichtete der Fahrer anschließend die erforderliche Energiesteuer. Da der Datenabgleich auch die Verwendung von Heizöl als Dieselkraftstoff in den zurückliegenden Jahren ergab, überprüften die Zöllner anschließend die Tankanlagen der beiden Autotransporter. Der in beiden Tankanlagen vorhandene Treibstoff wies eine deutliche Rotfärbung auf. Gegen den 36-jährigen Unternehmer wurde daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der missbräuchlichen Verwendung von Heizöl eingeleitet.
Die Verwendung von Heizöl als Dieselkraftstoff ist kein harmloses Delikt, sondern eine handfeste Steuerhinterziehung. Pro Liter missbräuchlich verwendetem Heizöl wird Energiesteuer in Höhe von rund 48 Cent hinterzogen. Der Zoll führt daher mit seinen mobilen Kontrollgruppen immer wieder derartige Kontrollen durch. Dieselkraftstoff hat eine gelbe Färbung. Heizöl hingegen ist rot eingefärbt und beinhaltet den versteckten Markierstoff "solvent yellow". Der Markierstoff ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, kann aber mit wenig Aufwand bei einer Kontrolle vor Ort sichtbar gemacht werden. Dazu wird über einen Schlauch mit einer Handpumpe eine geringe Menge Kraftstoff in ein Schauglas gepumpt. Dann wird in ein Teströhrchen eine kleine Menge Kraftstoff gefüllt und mit dem Testreagenz vermischt. Befindet sich in der getesteten Kraftstoffprobe einer der Markierstoffe, wird dies durch eine zusätzliche, starke Rotfärbung im Bodensatz des Röhrchens angezeigt.
Foto: Hauptzollamt Hannover