1. Volksbank ist nicht nachtragend

    Steege sucht Kontakt / Wiedbrauck: "Nicht für Wahlkampf missbraucht werden!"

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    RODENBERG (pd). Lektion gelernt - so scheint es jedenfalls, wenn man die Vorgänge um die mögliche Errichtung eines neuen Geschäftshauses am Rodenberger Amtsplatz weiter verfolgt. Nachdem die Rodenberger CDU das Projekt in einer öffentlichen Veranstaltung angepriesen hat, ohne vorab mit der Volksbank Hameln-Stadthagen gesprochen zu haben (wir berichteten), ist der Ortsverbandsvorsitzende jetzt direkt an den Vorstand des Geldinstitutes herangetreten. Mit ersten zaghaften Zugeständnissen von der Chefetage, wie beide Gesprächspartner im Nachhinein bestätigen. "Wir sind da nicht nachtragend und sind gesprächsbereit", räumte Vorstandssprecher Heinz Walter Wiedbrauck gegenüber unserer Zeitung ein.

    Er habe nach wie vor die Hoffnung, dass die "Vision" von einem modernen Geschäftskomplex mit Volksbank-Filiale, ABC-Schuhmarkt, Rossmann und NKD-Laden in die Realität umgesetzt werden kann, so Steege im Interview. "Die Chancen, die sich damit für die Ortsmitte und die Entwicklung bieten, wollen wir nicht ziehen lassen." Der CDU-Vorsitzende zielt mit dieser Feststellung auch auf die Tatsache, dass Projektentwickler Hans Georg Bruns von "Bruns Immobilien" bereits einen stark interessierten Investor vorweisen könne. Jetzt müsse die Stadt mit ins Boot geholt werden. Bereits im Januar seien die Pläne offiziell im Rathaus präsentiert worden. Bei dem Gespräch seien neben Steege auch Bürgermeister Günter Altenburg, Ernst-August Meier, der CDU-Amtsverbandsvorsitzende Heinrich Schaper und Projektentwickler Bruns anwesend gewesen. "Der Stadtdirektor hat sich positiv zu dem Vorhaben geäußert", erinnert sich Steege. Das habe man von Seiten der CDU als "Aufforderung zum Weitermachen" gewertet. Bei der Präsentation des Projektes hätten die Vertreter der anderen Parteien und Gruppen im Rat ebenfalls überwiegend positiv reagiert. Allein das Gespräch mit dem Eigentümer der Immobilie, die zugunsten des Neubaus hätte weichen müssen, fehlte. Lediglich Projektentwickler Bruns hatte mit Volksbank-Prokurist Kuck gesprochen und von dort die Absage erhalten. "Wir haben in der öffentlichen Vorstellung auch viel Zustimmung für unsere Absichten erhalten", erinnert Steege. Nie hätte er zu diesem Zeitpunkt behauptet, die Zusage von der Volksbank für einen Verkauf schon in der Tasche zu haben. Auf diese Tatsache legt Steege großen Wert. Die Volksbank war nicht ausdrücklich eingeladen. "Aber es hat sich doch um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt", verteidigt sich der CDU-Vorsitzende weiter.

    Und gerade an diesem Punkt kann der Vorstand der Volksbank Hameln-Stadthagen die Vorgehensweise der CDU und des Projektentwicklers nicht ganz nachvollziehen. "An uns ist niemand herangetreten", stellt Wiedbrauck fest. Einige Tage nach der öffentlichen Präsentation im "Ratskeller" sind Steege und sein Stellvertreter Carlo de Rooij nach Hameln gefahren, um erstmals den Kontakt mit der Volksbank-Chefetage zu suchen. "Das war ein hochmotiviertes tolles Gespräch", sagte Steege dazu. Die Kernaussage des Vorstandes war nach seinen Worten: "Unsere Tür steht für weitere Verhandlungen offen". Steege weiter dazu: "Die Volksbank sträubt sich nicht in Gänze gegen das Projekt."

    Wiedbrauck bestätigt dies. Man sei gesprächsbereit, wenn ein Investor klare Fakten auf den Tisch legen würde. Steege habe sich, so der Vorstandssprecher weiter, bei ihm für die Vorgehensweise entschuldigt. "Wir sehen die Sache ganz nüchtern und warten ab, wie die nächsten konkreten Details aussehen", fährt der Volksbank-Vertreter fort. Auf jeden Fall möchte die Volksbank aus Wahlkampf-Geplänkel herausgehalten werden, unterstreicht Wiedbrauck mehrfach mit Nachdruck. "Wir haben die Dinge jetzt auf den Weg gebracht", lehnen sich Heinrich Schaper und Steege zurück. Schaper ergänzt: "Wir sehen uns als Motor, die Stadt weiter voranzubringen." Jetzt seien Investor, Projektentwickler und Volksbank am Zuge. Eine Zeitschiene für nächste Verhandlungen gebe es noch nicht. "Jetzt kommen erst ´mal die Kommunalwahlen."

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