BAD NENNDORF (pd). Gegen die Stimmen der SPD ist der Entwurf für die "neue" Fußgängerzone zwischen Buchenallee und der Sparkasse auf den Weg gebracht worden. Damit zog das Gremium einen Schlussstrich unter viele Diskussionen und immer wieder überarbeitete Ausarbeitungen, die der Stadtplaner Rainer Hobigk ausgearbeitet und vorgestellt hatte. Ohne Aussprache ging es aber auch diesmal nicht. Die Sozialdemokraten im Rat der Kurstadt kritisierten vor allem, dass zu wenig "Neues und Innovatives" für die Fußgängerzone geplant sei. Die Ablehnung des jüngsten Entwurfes stieß bei den anderen Fraktionen auf Unverständnis.
"Der jetzt vorliegende Plan ist abgeflacht", monierte SPD-Fraktionssprecher. 700 000 Euro seien zuviel für wieder verwendete Pflastersteine und eine einreihige Baumreihe, die zum Schnellfahren einladen werde, so Volker Busse. Drei Plätze seien zuviel des Guten und überhaupt würde in Höhe des "Hotel Hannover" alles beim alten bleiben. Ganz schade findet es Busse, dass auf einen Wasserlauf gänzlich verzichtet werden soll. "Warum eigentlich?", fragte der SPD-Sprecher in die Runde. "Enttäuschend" sei auch, dass der Planer lediglich den Platz vor Polizei und Sparkasse mit einem Brunnen versehen wolle. Vor der Eisdiele gegenüber seien keine "freien" Sitzgelegenheiten vorgesehen. "Der Plan ist nicht aussagekräftig", unterstrich er seine Kritik.
Die Ankündigung, dem Entwurf die Zustimmung zu versagen, sorgte für Kopfschütteln bei Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN). Man habe sich ausführlich in Arbeitsgruppen mit dem Thema befasst und wesentliche Grundideen in Fachausschüssen würden sich in dem aktuellen Plan wiederfinden, führte er aus. "Plätze leben von Menschen und nicht von Schaukelpferden" hatte Steen als Antwort für Busse parat, der sich mehr Spielmöglichkeiten für Kinder wünscht. Außerdem sieht er durchaus noch Spielraum für die Platzierung von Sitzgelegenheiten. "Es wäre schön, wenn sich die SPD den Grundtendenzen anschließen könnte", fuhr er fort.
Auch Ansgar Werner von der CDU fand die Kritik der SPD nicht nachvollziehbar. Nur weil sich die Sozialdemokraten nicht mit ihren Wünschen nach einem Wasserlauf und einer zweireihigen Baumbepflanzung habe durchsetzen könne, würden sie jetzt das gesamte Konzept in Frage stellen. "Ein Wasserlauf macht keinen Sinn und durch die Anordnung der Bäume besteht nicht die Gefahr einer Rennpiste", entgegnete Werner auf die Bedenken von Seiten der SPD. Außerdem müsse man die Kosten im Auge behalten, mahnte der CDU-Ratsherr.
Andreas Fedler erinnerte an den "kontinuierlichen demokratischen Prozess", dem die Abstimmung vorausgegangen sei. Er fand es absurd, diese Pläne jetzt abzulehnen. Für ihn stelle sich bei einem solchen Verhalten die Frage, wofür man so lange und so intensiv darüber diskutiert habe. Die Position von Busse verteidigte sein Ratskollege Fritz Varwig. Auch ihm fehlen "attraktive Stellen" in der Fußgängerzone und außerdem würde er auch eine andere Anordnung der Bäume vorziehen. "Wenn ich in allen Ausschüssen dagegen bin kann ich auch im Rat dagegen sein", wehrte sich der SPD-Ratsherr gegen den Vorwurf des "mangelnden Demokratieverständnisses". Christine Cronjäger brachte noch einmal die vielen Entwürfe ins Gedächtnis, die der Stadtplaner Hobigk präsentiert hatte und von ihm immer wieder überarbeitet werden mussten. "Ich hätte mich nicht gewundert, wenn er die Arbeit hingeworfen hätte", meinte die SPD-Ratsfrau. Es sei doch immer um die Attraktivitätssteigerung der Fußgängerzone gegangen. Am Ende wurde der Entwurf mit 13 Ja- und sieben Neinstimmen angenommen. Klaus-Dieter Salzbrunn von der SPD enthielt sich der Stimme.