RINTELN (ste). "Gebt mir ein A, gebt mir ein U, ein R und ein A!" Was nach der Aufforderung des DJ herauskam, ist schlichtweg eine der größten Stimmen auf dem modernen Musikmarkt. Aura Dione kam klein, kurzhosig, blumig und mit kräftiger Stimme auf die Bühne beim großen Fest "Doktorsee in Flammen" und faszinierte die Besucher aller Altersgruppen, die ihre großen Hits zum Teil fehlerfrei mitsingen konnten.
Viele waren extra für sie angreist und freuten sich, trotz des eher ernüchternden Wetters, über das Konzert der dänischen Sängerin. Der Sicherheitsdienst hatte die Anweisung, kleinere Kinder ganz vorne vor der Bühne auf extra eingerichteten Sitzen platzieren zu dürfen und Aura hatte sichtlich Spaß daran, dicht an ihren Fans zu sein. Sie kam gut gestärkt und gelaunt aus dem Hotel "Stadt Kassel", wo sie zu Abend gegessen hatte. Das einzige, was ihrem Auftritt fehlte, war eine Schweigeminute für ihre gerade erst verstorbene Sängerkollegin Amy Winehouse. Die war nur wenige Stunden zuvor tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden worden.
Doch trotz der hochkarätigen Besetzung der Bühne waren es deutlich weniger Menschen als die Jahre zuvor, die das Doktorseefest besuchten. Das Wetter war unbeständig und kühl, die Parkplätze auf den abgeernteten Feldern nur hälftig gefüllt und am Ende schätzte die Polizei etwa 5.000 Gäste, die friedlich das Konzert und das Höhenfeuerwerk genossen.
Und das war wieder echt Spitze, umrahmt von Musik und professionell abgefeuert von den Seepontons endete es mit einem sogenannten "Brokatbild" mit immerhin 120 Effekten. Während der Freitag mit seinem Discoabend und der Samstag mit Konzert und Feuerwerk wie gewohnt für die Besucher von außerhalb die größte Anziehungskraft ausübte, war der Sonntag eher der Camper-Tag.
Mit Frühschoppen, Kinderfest und großer Tombola waren die schlechtwettererprobten Camper zahlreich zu begeistern. "Peppi und Rita" mühten sich redlich, die Kinder im wind- und regendurchwehten Zelt in Stimmung zu bringen. "Im nächsten Jahr wird es wieder sonnig", puschten sich einige der Besucher auf und signalisierten damit, dass sie sich das Doktorseefest auf keinem Fall entgehen lassen wollen. Foto: ste