LANDKREIS (km). Mit eher pessimistischen Erwartungen sehen die heimischen Ackerbauern die Getreideernte - die derzeit in vollem Gang ist. Nach Einschätzung des Landvolkes wird die Ernte mit fast genau fünf Millionen Tonnen so gering ausfallen wie schon lange nicht mehr.
Die ersten Prognosen der amtlichen Ernteberichterstattung schätzen die Gesamternte in Niedersachsen auf 5,04 Millionen Tonnen. Nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes wurde dieser Wert mit 4,4 Millionen Tonnen nur einmal unterschritten - vor 35 Jahren, als eine ausgeprägte Sommertrockenheit die Erträge dezimierte. Damals lagen auch die Durchschnittserträge deutlich unter dem Niveau der heutigen Sorten. Allerdings haben die Landwirte aktuell auch die Getreidefläche noch weiter reduziert - mit 786.000 Hektar fast 60.000 Hektar kleiner aus als im vergangenen Jahr. Die größte Fläche registrierte der Landesbetrieb für Statistik in seinen langjährigen Aufzeichnungen im Jahr 1979 mit 1,23 Millionen Hektar, die größte Erntemenge im Jahr 2001 mit 7,4 Millionen Tonnen. Als echte Versicherung, so der Landvolk-Pressedienst, gelte in diesem Jahr mit der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit erneut die Beregnung: In den Landkreisen mit nahezu flächendeckenden Möglichkeiten zur Feldberegnung fielen die Ertragseinbußen deutlich moderater aus als in anderen Regionen. Die Ernte der Wintergerste sei unterdessen trotz der schwierigen Wetterumstände zu einem großen Teil abgeschlossen, die Erträge lägen freilich deutlich unter dem Vorjahresniveau - allerdings falle wenigstens die Qualität noch besser aus als befürchtet. Als "Sicherheitsnetz" müsse in diesem Jahr der Mais bezeichnet werden. Sein Anbau sei mit 615.132 Hektar nochmals um rund 13 Prozemt ausgedehnt worden. Die Futterpflanze habe sich gegenüber den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre mit der ausgeprägten Vorsommertrockenheit als äußerst robust bewiesen. Auch in diesem Jahr präsentierten sich die Maisfelder weithin in einem sehr guten Zustand, nachdem die warmen Wochen im Frühsommer "gut genutzt" worden seien. Der Regen sei offenbar gerade noch rechtzeitig gekommen. Der Heu- und Silageernte habe die trocken-heiße Witterung im Mai und Juni allerdings gar nicht gut getan, so dass der Silomais auch bei den Milchviehhaltern "Futterlücken schließen muss". Die aus Südamerika eingebürgerte Pflanze zeichne sich durch hohe Erträge bei geringem Aufwand aus, insbesondere wegen des unterdurchschnittlichen Pflanzenschutzmittel-Einsatzes. Foto: km