RINTELN (ste). Der Rintelner Rat war einstimmig für die Gesellschaftsgründung des "Solarpark Rinteln" sowie für die Beteiligung der Stadtwerke Rinteln an einem Biogaspool. Stadtwerke-Chef Jürgen Peterson erläuterte den Ratsmitgliedern zuvor, was es damit auf sich hat. Beim Solarpark soll in Deckbergen im Industriegebiet eine 910 KW-Anlage von Solarmodulen installiert werden, die im Jahr 840.000 kw/h Strom auf 12.000 Quadratmetern Fläche erzeugen soll. Zwei Millionen Euro an Investitionsvolumen sind dafür vorgesehen und 200 Haushalte können mit dem Strom versorgt werden. Die Stadtwerke können sich vorstellen, dass die Rintelner Kreditinstitute festverzinsliche Solarbriefe herausgeben, die dann von Stadtwerkekunden gekauft werden können. Einig war sich der Rat, dass der Erhalt der eigenen Stadtwerke eine gute und richtige Entscheidung war. Geld aus der Wertschöpfung bleibt so in der eigenen Region und man ist zum Teil unabhängig von den "Großen" der Strom- und Gasbranche.
Gerline Göldner-Dorka freute sich, dass bald 22 Prozent und somit 2.200 Haushalte mit regenerativem Strom versorgt werden können.
Beim Biogaspool stimmten ebenfalls alle Ratsmitglieder zu. Ein Grund dafür war auch, dass Peterson mitteilen konnte, dass die teilnehmenden Landwirte die Anlage nur zu 44 Prozent mit Maissilage bestücken und die Fruchtfolge auf den bewirtschafteten Flächen einhalten. Einer Überdüngung soll so vorgebeugt werden.
Im Biogaspool haben sich mehrere Landwirte und Stadtwerke zusammengeschlossen, um Biogas zu erzeugen und dann aufzubereiten. Das Gas, zehn Millionen Kilowattstunden davon sollen die Rintelner Stadtwerke erhalten und vermarkten, wird für Blockheizkraftwerke und die Erdgastankstelle genutzt. mit 180.000 Euro sind die Rintelner Stadtwerke mit dabei.
Die Rintelner Stadtwerke sind weiter auf dem Vormarsch. So bewerben sie sich um die Neuvergabe von Strom- und Gasversorgungsnetzen, insbesondere im benachbarten Kalletal, dass schon von Rinteln teilversorgt wird. Der Rat stimmte daher auch dem Wunsch der Stadtwerke nach dem Abschluss eines Konsortionalvertrages mit den Stadtwerken Bad Salzuflen, Detmold und Lemgo zu. "Dann sind wir eingebettet in feste und gute Partnerschaften mit Stadtwerken, die auf Augenhöhe gut zu uns passen", so Peterson.Foto: ste