1. Die Betroffenheit ist klar erkennbar

    Die Ausstellung hat ihr Ziel erreicht

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    Die Organisation der Ausstellung sei schon an die Kräfte aller Verantwortlichen gegangen, erinnert sich Annette Schedewy vom Jugendamt des Landkreises Schaumburg. Gerade weil das Konzept der Veranstaltung die Begleitung der Besuchergruppen ausdrücklich vorgegeben hatte, sei der Arbeitsaufwand doch schon erheblich gewesen.

    Der "Lohn" für alle Mühen sei aber gewesen, dass vor allem die Jugendlichen aus 39 Schulklassen außerordentlich interessiert gewesen wären. "Da gab es viel Gesprächs- und Mitteilungsbedarf", ergänzt Ingetraud Wehking vom BASTA Mädchen- und Frauenberatungszentrum des Landkreises. Der Einstieg in das Thema durch einen Film sei gelungen gewesen, das Thema selbst wurde engagiert diskutiert. Sehr viel erfuhren die Organisatorinnen von BASTA, Jugendamt, BISS Beratungs- und Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt (AWO), Frauenhaus Schaumburg (AWO), Jugendamt, Kinderschutzbund und Michael Andreas Meier vom Polizeikommissariat Bad Nenndorf durch die geschlechtsspezifischen anonymen Befragungen nach dem Besuch der Ausstellung. Da seien Bemerkungen wie "Schön, das sich Leute darum kümmern" oder "Bei uns ist das Thema jetzt in der Klasse angekommen" gefallen. Diese würden auf die Dringlichkeit der Aufklärung hindeuten. "Es gab eine durchweg erkennbare Betroffenheit", so auch Gabriele Dransfeld von der BISS. In den "Wahlkabinen" haben sich Jugendliche zu Wort gemeldet, die entweder im eigenen Umfeld mit häuslicher Gewalt konfrontiert worden sind oder zumindest im Freundes- oder Bekanntenkreis so etwas schon erlebt haben. In gut einem Drittel der abgegebenen Stellungnahmen sind Vorfälle von Gewalt - auch sexuelle Übergriffe - angedeutet worden.

    "Und immer glaubhaft und zum Teil mit rührenden Worten", ergänzt Annette Schedewy die Analyse von Ingetraud Wehking. Jungen seien genauso betroffen wie Mädchen. "Das ganze Feld, dass wir aus unserer Arbeit kennen, ist durch diese Mitteilungen abgedeckt worden", unterstreicht Gabriele Dransfeld. Auf die Frage, welche Schlussfolgerung die Initiatoren der Ausstellung jetzt ziehen, hat der Leiter des Polizeikommissariats Bad Nenndorf eine Antwort parat: "Wie müssen einen Masterplan zum Thema erstellen. Und dazu in Kindergärten und Schulen regelmäßig aufklären, die Zusammenarbeit der einzelnen Beratungsstellen weiter verbessern und Betroffene darüber aufklären, welche Institutionen Hilfe leisten".

    Netzwerke müssten weiter ausgebaut, Ideen für ein gewaltfreies Miteinander immer mehr in den Focus gerückt werden. "Dranbleiben am Thema" ist für alle Mitglieder der "Arbeitsgruppe Kind" im Landkreis Schaumburg oberstes Gebot.

    Ohne die Unterstützung durch zahlreiche Sponsoren sei die Durchführung der Veranstaltung nicht möglich gewesen, wird in der Nachlese hervorgehoben.

    Zahlreiche Institutionen und Firmen, Verbände und Vereine hätten sich mit Geld oder "Know How" an der Organisationen beteiligt. Mit dabei unter anderem die Gruppe Jugendhilfe des Diakonischen Werkes Rinteln, die Schulsozialarbeit und Jugendpflege des Landkreises, die Polizeikommissariate Bad Nenndorf und Rinteln, das Frauenbüro des Landkreises, die Volksbank in Schaumburg, der Omnibusbetrieb Jürgen Bad Nenndorf, die Kur- und Tourismusgesellschaft Bad Nenndorf und die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen.

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