SAMTGEMEINDE NENNDORF (pd). In der jüngsten Sitzung des Rates der Samtgemeinde Nenndorf haben die Mitglieder erneut eine Resolution gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus verabschiedet. Sie taten dies vor dem Hintergrund des nächsten Aufmarsches von Neonazis in der Kurstadt. Gleichzeitig rief das Gremium dazu auf, sich an den friedlichen Gegenbewegungen zu beteiligen. Die Resolution im Wortlaut:
"Die Samtgemeinde Nenndorf ist eine weltoffene tolerante Kommune mit einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Wir wollen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste - gleich welcher Herkunft, Religion oder Nationalität - in unserer Samtgemeinde wohl fühlen und frei und unbehelligt leben, lernen und arbeiten können.
Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität, Kultur oder sozialer Stellung angefeindet oder diskriminiert werden, verstößt das nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern stört auch das friedliche Zusammenleben und schadet dem Wohl und Ansehen der Samtgemeinde Nenndorf. Gewalt und Extremismus lehnen wir grundsätzlich ab.
• Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Samtgemeinde von fremden- und ausländerfeindlichen Organisationen und Personen jährlich wiederkehrend als Veranstaltungsort missbraucht wird und für Aktivitäten genutzt wird, die gegen die Demokratie und Menschenwürde gerichtet sind.
• Wir begegnen der rechten Szene ebenso geschlossen und energisch. Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass die Demokratie ihren Angreifern gegenüber wehrhaft sein muss.
• Wir fordern die verantwortlichen Stellen auf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um ein Auftreten rechtsextremistischer Gruppen in einem so genannten "Trauermarsch" im August 2011 in Bad Nenndorf zu verhindern.
Der Samtgemeinderat der Samtgemeinde Nenndorf spricht sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus sowie gegen die Verbreitung ihrer Ideologien aus und unterstützt die Aktivitäten gesellschaftlicher Gruppen gegen Rechtsextremismus in unserer Samtgemeinde. Die Mitglieder des Samtgemeinderates werden Gesicht zeigen und sich an die Spitze des Protestes stellen. Alle Menschen in unserer Samtgemeinde rufen wir wieder dazu auf, sich an friedlichen Protesten und Aktivitäten gegen das Auftreten von Rechtsextremisten und Neonazis in Bad Nenndorf im August 2011 zu beteiligen und damit an die vielen ermutigenden Ansätze der letzten Jahre anzuknüpfen.Zivilcourage ist erwünscht und wird gefördert. Die Beteiligung aller Menschen wird nach innen wie nach außen verdeutlichen, dass alle gesellschaftlichen Gruppen in der Samtgemeinde bereit sind, sich ihrer Verantwortung zu stellen und aktiv mitzuwirken. Die Samtgemeinde Nenndorf muss ein Ort der Demokratie und Toleranz bleiben. In ihr haben Feinde der Demokratie keinen Platz!" Der Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese.