1. Urne ist vermutlich über 2000 Jahre alt

    Arbeitskreis Archäologie entdeckt seltene Relikte

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    RINTELN (km). Vermutlich mindestens 2000 Jahre alt ist die Urne, die jetzt auf der drei Hektar großen Baustelle an der Dieselstraße gefunden wurde, wo die Firma Stüken derzeit eine Dependence einrichtet. Entdeckt hat das seltene Relikt vergangener Zeiten Andreas Schmeiche vom Rintelner Arbeitskreis Archäologie. Die dem Heimatbund angeliederte Gruppe war von der Stadtverwaltung beauftragt worden, das Terrain zu überprüfen, bevor der fortschreitende Neubau eventuelle "Zeugen" der Vergangenheit frisch unter sich begräbt.

    Das Fundgelände sei vom Mutterboden bis auf rund 45 Zentimeter Tiefe freigeräumt, spezifizierte Museumsleiter Dr. Stefan Meyer, gleichzeitig auch Leiter des Arbeitskreises Denkmalschutz: "Erfreulicherweise durch einen Bagger mit glattrandiger Schaufel, so dass eine relativ saubere gut begehbare Fläche zu Tage trat." Nach einer mehrstündigen, systematischen Begehung mit Hilfe eines GPS-Gerätes wurden in der Mitte des Geländes mehrere Urnenscherben entdeckt.

    Weil die Gefahr bestand, dass die Fläche schon am folgenden Tag betoniert werden sollte, wurde der Fund sofort freigelegt. Dabei handelte es sich um das untere Drittel einer Urne, die noch mit "Leichenbrand" (Knochenüberresten) gefüllt war. Der Urnenboden lag rund zehn Zentimeter unterhalb der bereits abgetragenen Fläche.

    Die Urne besteht aus unverzierter, schwarzgrauer, mit einzelnen groben Quarzstücken durchsetzter Keramik. Unmittelbar drum herum fanden sich fünf bis sechs einzelne Bruchsteinstücke, dazwischen auch ein fingerhutgroßes Stück roter Ziegel.

    Bei der Untersuchung des Bereiches rund um die Urne mit einer Metallsonde wurde am folgenden Tag, drei Meter entfernt in etwa zwei Zentimeter Tiefe, außerdem eine "Fibel" (eine Gewandspange aus Metall) entdeckt. Bei der letzten "Expedition" konnten Mitglieder des Arbeitskreises weitere Teile aus Metall sichern - vermutlich allerdings neuzeitliches Material. Als interessanten Fund indessen bewertete Dr. Stefan Meyer das Bruchstück eines Steinbeils, dass sich in unmittelbarer Nähe der Metallteile befand. - Womit am Ende eigentlich niemand mehr gerechnet hatte: Am Ende wurden tatsächlich noch Reste einer zweiten Urne gefunden, die in Einzelscherben geborgen werden musste.

    "Zusammenfassend ist festzuhalten," subsummierte Dr. Stefan Meyer,"dass zwar einzelne Scherben auf dem Gelände auf weitere Bestattungen hinweisen, doch konnten keine weitere Urnenplätze nachgewiesen werden. Vermutlich waren die Bestattungen so flach, dass die entsprechenden Urnen bereits durch den Pflug zerstört worden sind."

    Alle Funde wurden unterdessen eingemessen und dokumentiert und sollen jetzt im Museum zusammengeführt werden. Das exakte Alter der Teile soll bald von Spezialisten ermittelt werden.

    Foto: privat

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