1. Viele hochwertige Verpackungen

    Schröder und Wagner: Immer schon das Augenmerk auf das Besondere gelegt

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    RINTELN (ste). Trotz der Tatsache, dass "Amcor flexibles" ein weltweit führendes Unternehmen für Verpackungen ist, bleibt ein Stück weit "Schröder & Wagner" in Rinteln mit dem Charme eines Familienunternehmens behaftet. Geschäftsführer Olaf Seifert ließ anlässlich der Feierlichkeiten zu 150 Jahre Firmenbestehen die Geschichte des Unternehmens Revue passieren.

    Dabei konnte er auf Unterlagen von Heinz-Gerhard Vogt zurückgreifen, der mit seinem Hang zum Sammeln und zur detailgetreuen Chronik wertvolle Informationen der Nachwelt erhalten hat. Zuvor hatte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz seine Glückwünsche überbracht. Er würdigte "Schröder & Wagner" als eine der ältesten und renommiertesten Firmen in der Stadt Rinteln: "Aus einem Lieferanten für Papier und Drucksachen ist einer der weltweit führenden Hersteller für Verpackungslösungen geworden", so Buchholz. Dabei hätten die Herren Schroeder und Wagner im Jahre 1861 sich nicht im Traum einfallen lassen, dass ihre Firma einmal Tüten für "...quadratische Täfelchen aus Bitterschokolade mit einer Creme mit Pfefferminzgeschmack" (Anm. der Red.: "After eight") exklusiv fertigen würde. Wagemut, Kreativität und Flexibilität ließ aus kleinsten Anfängen heraus ein Unternehmen entstehen, das heute mit 150 Mitarbeitern zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Stadt Rinteln zählt. Buchholz würdigte auch die Firmenleitung von Amcor Flexibles Rinteln GmbH. Ihnen sei es gelungen, ein Unternehmen im weltweit größten Verpackungskonzern den Charakter eines mittelständischen Unternehmens bewahren zu lassen.

    Olaf Seifert freute sich über so viel Zuspruch und über das vom Bürgermeister überreichte Bild aus den frühen Jahren der Firmengeschichte. Die startete in Rinteln mit der Gründung der Firma durch Heinrich-Josef Schröder und Karl Wagner im Jahr 1861 im Gebäude des heutigen Fischgeschäftes "Rehbock" in der Klosterstraße. 1863 gab die Firma, die als Lieferant von Papier und Drucksachen startete, das "Liberale Wochenblatt" heraus, aus dem 1892 das "Schaumburger Wochenblatt" (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Schaumburger Wochenblatt) wurde. Während Herr Schröder sich schnell in einer anderen Firma weiterentwickelte, blieb Herr Wagner dem Unternehmen erhalten und setzte auf Qualität, gute Verbindungen zur Tabak und Kaffeeindustrie in Bremen und hatte ein Gespür für den steigenden Bedarf der damaligen Zeit. "Schröder & Wagner" war nie der Produzent der Standard-Brötchentüte, sondern setzte immer auf das hochwertige Marktsegment. Noch heute ist die Firma im Großkonzern daher ein kleiner Exot mit einem großen Know-How und einer stark ausgeprägten Flexibilität seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Dabei stand die Zukunft des Unternehmens am 11. Oktober 1966 auf "des Messers Schneide". An diesem Tag nämlich brannte das Firmenlager in der Bahnhofsallee fast vollständig aus. 15 Feuerwehren waren mit den Löscharbeiten beschäftigt, Lackfässer wurden hunderte Meter hoch in den Himmel geschleudert und Katastrophenalarm wurde ausgelöst. Doch durch ein gutes Notfallmanagement von Karl-Otto Wagner konnte schon am nächsten Tag wieder produziert werden. 1970 dann der Umzug in die Prof.-Kohlrausch-Straße. Der Expansionskurs geht weiter, in Hochzeiten hatte das Unternehmen 300 Mitarbeiter.

    1986 erkennt Wagner die Zeichen der Zeit und verkauft das Familienunternehmen an die RIG-Rentsch-Gruppe, die erheblich in Rinteln investiert. Die Gruppe wird 1995 von Amcor Flexibles übernommen und auch die neuen Herren im Unternehmen erkennen die Niesche, in der das Rintelner Unternehmen sich bestens platziert hat. "Wir können Beutel, während die anderen nur Rolle können!" Es wird weiter investiert, unter anderem in die Nachhaltigkeit der Energienutzung. Durchschnittlich, so der heutige Geschäftsführer Olaf Seifert, arbeiten die Mitarbeiter 17 Jahre im Betrieb und sorgen so dafür, dass Know-How nicht verloren geht. Viel Wert wird bei "S & W" gelegt auf die Ausbildung als Medientechnologe, Packmitteltechnologe oder im kaufmännischen Bereich. Um die Zukunft des Unternehmens muss man sich nach derzeitigem Stand also keine Sorgen machen: "Na dann: Prost auf die nächsten 150 Jahre!"Foto: ste

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