RINTELN (km). Die "Patientenverfügung" stand jetzt im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem die Senioren-Union eingeladen hatte. Und wieder konnte Vorsitzender Dieter Edler im Hotel "Stadt Kassel" rund 40 Besucher begrüßen - neben den Mitgliedern auch zahlreiche interessierte "Externe".
Als kompetenten Referenten hatten die Veranstalter den Rechtsanwalt Thorsten Frühmark, Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht, gewinnen können. Ergänzt wurde der informative Nachmittag durch Stefan Frühmark, Fachanwalt für Sozialrecht, der die Zuhörer über die Feinheiten von Vorsorgevollmachten aufklärte.
In einer Patientenverfügung (PV), erklärte Thorsten Frühmark, könne man schriftlich für den Fall einer Entscheidungsunfähigkeit im voraus festlegen, ob und wie in bestimmten Situationen man ärztlich behandelt werden möchte. Auf diese Weise könne Einfluss auf eine spätere ärztliche Behandlung genommen werden, auch wenn man zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar und nicht mehr einwilligungsfähig sei. Die Patientenverfügung richte sich in erster Linie an den Arzt oder das Behandlungsteam.
"Die relativ neue gesetzliche Regelung sieht vor," so Frühmark, "dass eine Patientenverfügung schriftlich verfasst und durch Namensunterschrift eigenhändig unterzeichnet sein muss." Die Erklärung könne aber auch jederzeit formlos widerrufen werden. Eine PV sollte so verwahrt werden, dass insbesondere der Arzt schnell und unkompliziert Kenntnis von der Existenz und vom Hinterlegungsort erlangen könne. Dazu sei es sinnvoll, einen Hinweis bei sich zu tragen.
Bei der Formulierung einer PV, empfahl der Experte, sollte man sich von einem Arzt oder einem Rechtsanwalt beraten lassen. Es gebe zwar auch eine Vielzahl von Mustern und Formularen, die seien aber sehr unterschiedlich.
Quintessenz der Ausführungen von Thorsten Frühmark war die dringende Empfehlung, eine Patientenverfügung nicht in der Schublade liegen zu lassen: Die Dokumente müssten regelmäßig - am besten jedes Jahr - "aktualisiert und individualisiert" werden, weil sonst die Gefahr bestehe, dass sie nicht mehr anerkannt würden. -
Im zweiten Teil der Zusammkunft im Hotel "Stadt Kassel" stellte
Pflegedienstleiterin Carmen Pletat das Alten- und Pflegeheim am Seetor vor. In der Einrichtung, die sich schon im Lauf des vergangenen Jahres zu einer Art Kommunikationszentrum entwickelt hat, können 81 Senioren in 67 Einzel- und sieben Doppelzimmern entsprechend ihren Bedürfnissen versorgt werden. Dabei können durch besondere Flexibilität die individuellen Interessen eines jeden Einzelnen berücksichtigt werden. Die Auslastung des Heimes hat seit einiger Zeit bereits die 50-Prozent-Marke überschritten. Besonders bemühen sich die Verantwortlichen darum, den Kontakt der Bewohner zur Außenwelt zu fördern. Foto: km