RODENBERG (pd). "Die Gegenwart gestalten und aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen". Mit dieser Zielsetzung haben Rodenberger Bürger 2009 das "Rodenberger Bündnis für Demokratie - gegen Rechtsextremismus" (BüRo) gegründet. In Kooperation mit dem Bündnis werden sich die Abschlussklassen der Stadtschule Rodenberg am Montag, 27. Juni, vormittags mit der Manipulation von Menschen durch totalitäre Diktaturen und der Demagogie des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Gezeigt wird der Film "Die Welle". Dieser Film stelle für Jugendliche eindrucksvoll den entmündigenden und zerstörerischen Einfluss eines autoritär gesteuerten und ein besonderes Gemeinschaftsgefühl vermittelnden Systems dar, so "BüRo"- Sprecher Uwe Märtens in einer Pressemitteilung.
"Demokratie muss gelernt sein, um politisch mündig zu handeln", betont Marlies Berndt-Büschen, Lehrerin für Gesellschaftswissenschaften an der Stadtschule Rodenberg. Am Abend des 27. Juni lädt das Bündnis um 19 Uhr zu einem Vortrag von Bernhard Gelderblom, und ab 20.30 Uhr zu dem Film "Der große Diktator" in den Multifunktionsraum der Stadtschule an der Suntalstraße ein. Gelderblom, ehemaliger Gymnasiallehrer aus Hameln, ist Historiker und hat sich intensiv mit der jüdischen und der NS-Geschichte der Region Hameln und Bad Pyrmont beschäftigt und zahlreiche Darstellungen verfasst. Für seine Arbeit ist Gelderblom 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2009 mit dem "Obermeyer German Jewish History Award" geehrt worden.
In seinem gut eine Stunde dauernden Vortrag wird Gelderblom die Möglichkeiten der ortsnahen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 aufzeigen. Auf der Grundlage seiner Erfahrungen möchte Gelderblom mit den Rodenberger Bürgern über Möglichkeiten zur Aufarbeitung der örtlichen Geschichte diskutieren. Mit dem legendären Film "Der große Diktator" von Charlie Chaplin aus dem Jahr 1940 klingt der Abend aus. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.