RINTELN (ste). Seit Jahren ist die Windkraft thematisch aus der Diskussion in Rinteln nicht mehr wegzudenken. Seitenweise füllte sie die Gazetten und verschaffte den Zeitungsmitarbeitern tolle Schlagzeilen mit wechselndem Inhalt. Eine radikale Kehrwende nahm die Frage der Ausweisung eines Vorranggebietes im Stadtgebiet Rinteln nach dem schweren Atomunfall im japanischen Fukushima. Während die Ausweisung die Anlagen auf ein eng begrenztes Gebiet in der Gemarkung Westendorf/Deckbergen beschränkt hätte, entschlossen sich die Ratsmitglieder nun zu einer kompletten Öffnungs des gesamten Stadtgebietes für die Installation der sauberen Windenergieanlagen. Gert Armin Neuhäuser von der WGS macht jetzt erneut einen Vorstoß für die Öffnung von Flächen, die bislang aus Gründen des Naturschutzes von Windkraftanlagen frei gehalten werden sollten.
Die "Goldbecker Höhenzüge" liegen im Landschaftsschutzgebiet und der Landkreis Schaumburg hatte einer Aufhebung nicht zugestimmt.
Mittlerweile, so Neuhäuser, habe jedoch die Bundesregierung eine Energiewende angekündigt; raus aus der Atomkraft, hin zu mehr regenerativen Energien.
Und auch in einigen Bundesländern seien bewaldete Höhenzüge für Windenergie geöffnet worden: "Weil die dortigen Flächen windhöfiger sind!"
Die WGS hofft nun, dass auch bei Kreisverwaltung und Kreistag ein Bewusstseinswandel eingesetzt hat und die Problemorientierung und -lösungsbereitschaft zugenommen habe. Für die nächste Ratssitzung beantragte die WGS daher, den Kreis seitens der Stadt Rinteln zu einer "Neuorientierung der Kreispolitik zur Windenergienutzung in Wäldern" anzustoßen.