RINTELN (km). Selbst Musikfreunde, die nicht gerade zu Musical-Fans zählen, konnten bei der Aufführung "Children of Eden" in der Nikolai-Kirche staunen: Der Sound aus der Konserve hatte etwas eindeutigen Künstlerisches, und das Vokal-Ensemble, die "MusicalCompany" des Theaters für Niedersachsen, warteten mit einer gekonnten Leistung auf.
Allein die Optik ieß wohl etwas zu wünschen übrig: Die ganz in Schwarz gewandeten Sängerinnen und Sänger um "Gottvater" Ansgar Schäfer (ganz weiß) agierten ohne jegliche Kulisse - und gerade im Paradies hätte es vielleicht ruhig ein bisschen bunt sein können. Schließlich kam die Schöpfungsgeschichte dann aber allein durch die gelungenen Arrangements gleichsam recht farbig herüber. "Am Anfang schuf Gottvater Himmel und Erde," so beginnt das Buch von John Caird, das von Stephen Schwartz vertont wurde. "Damit er sich nicht langweilt, fügt er seiner Schöpfung zum Schluss zwei Menschen hinzu: Adam und Eva, seine Kinder. Die tollen durch den Garten Eden, denken sich Namen für die Tiere aus und verehren ihren Vater. Doch Eva reicht das nicht. Sie stellt Fragen, sucht nach Antworten und isst schließlich vom Baum der Erkenntnis. Was folgt, ist bekannt: Der Rausschmiss aus dem Garten Eden, Kains Mord an Abel, schließlich Noah und die Sintflut. Aber: Gottvater hat es mit dem Wunsch seiner Kinder, erwachsen und selbständig zu werden, genauso schwer wie alle anderen Eltern auch." Stephen Schwartz ließ sich von den ersten Kapiteln der Bibel zu einem Musical anregen. So entstand eine anrührende, aufwühlende und spannende Geschichte über den ewigen Kreislauf von Schöpfung und Familie. - Die Musik hatte unterm Strich tatsächlich für jeden Geschmack etwas parat: Mal hallten sinfonische Klänge mit großen Chorsätzen durch die Kirche, dann wurde es "rockiger", mal "roch" es nach Gospel, dann brach sich wieder feiner, nur von wenigen Instrumenten unterlegter Gesang Bahn. - Schade, dass sich nur rund 100 Musikfreunde zu "Children of Eden" eingefunden hatten.
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