1. Keine weitere Tafel am Ehrenmal

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    HÜLSEDE (al). Am Hülseder Ehrenmal, das den Gefallenen der Kriege gewidmet ist, wird es keine weitere Gedenktafel geben. Einwohner Michael Ensslen scheiterte mit seinem Vorschlag, durch eine geeignete Ergänzung auch an die durch die Naziherrschaft verfolgten und deportierten jüdischen Einwohner zu erinnern. Ensslens Initiative ist inzwischen mehr als drei Jahre alt. Wiederholt wurde das Thema im Gemeinderat beraten, wegen fehlender Mittel vertagt und auch wieder erneut aufgegriffen. "Jetzt muss aber endgültig entschieden werden", verlangte Jörg Döpke von der Rodenberger Samtgemeindeverwaltung in der jüngsten Sitzung, nachdem Ensslen erneut in der Fragestunde den Sachstand erfahren wollte: "Der Mann hat doch ein Recht darauf, wie die Gemeinde zu seinem Anliegen steht." Wolfgang Jamma (SPD) erinnerte an einen offenbar bereits gefassten früheren Beschluss in der Sache: "Das passt da nicht hin." Ensslen, der wiederholt mit Anträgen zu Themen aus Ortsgeschichte und Naturschutz aufwartete, will nun überlegen, ob er dem Rat zu seinem Anliegen einen anderen Lösungsvorschlag unterbreitet. Wie viele Hülseder Juden überhaupt verfolgt worden sind, gilt als unklar. Ein Fall ist jedoch dokumentiert: 1942 wurde Elisabeth Levy zusammen mit anderen Bewohnern im Raum Lauenau mit einem Lastwagen abgeholt und nach Hannover gebracht. Von dort fuhr ein Zug mit Ziel Trawniki. Das war ein Vernichtungslager in der Nähe der polnischen Stadt Lublin.

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