RINTELN/NIENBURG (em) - "Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr", so lautet der Straftatbestand in der Strafanzeige, die derzeit die Ermittler des Fachkommissariats 1 der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg beschäftigt.
In den Abendstunden des 24. April hat sich, laut Angaben der Polizei, ein Passagierflugzeug der Air France im Landeanflug auf den Flughafen Langenhagen befunden. Die Maschine war in 3.000 Meter Höhe und die Fluggeschwindigkeit betrug 450 Stundenkilometer. Südöstlich von Minden, in Höhe der Stadt Rinteln, wurde der Co-Pilot durch einen grünfarbigen Laser geblendet. Das Blenden dauerte etwa zehn Sekunden und erfolgte mehrmals. Ohne weitere Störungen konnten die Piloten den Flug fortsetzen und landeten das Flugzeug ohne Probleme in Hannover. Polizeiliche Ermittlungen beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig ergaben, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. In diesem Jahr sei es bereits zu mehr als 60 Störfällen im Bereich des Bundesgebietes gekommen, so Polizeipressesprecherin Gabriela Mielke. Glücklicherweise hat noch keine dieser Laserattacken zu gesundheitlichen Folgeschäden bei den betroffenen Piloten geführt. Dies sei allerdings nur dem Umstand zu verdanken, dass die Einwirkdauer des Laserlichtes zu kurz ist und das Zittern des Täters und die ständige Bewegung des Zieles eine exakten Ausrichtung nicht zulasse, so die Kriminalhauptkommissarin. Die Polizei in Nienburg hat erstmals mit so einem Ermittlungsverfahren zu tun. Die Täterermittlungen gestalten sich schwierig. Den nicht alltäglichen Fall will die Polizei aber dafür nutzen, auf die Gefährlichkeit solcher Laserattacken hinzuweisen und klarzustellen, dass solch ein Handeln kein Kinderstreich, sondern eine Straftat ist.