1. Blühende Wiesen statt Kurzrasen

    Extensivere Pflege soll Defizite verringern

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    RINTELN (ste). Ein massives Wegbrechen der Gebührenerträge für die Friedhöfe, verursacht durch weniger Beisetzungen auf den Rintelner Friedhöfen, weniger Nutzung der Trauerhalle und vermehrte Unterhaltsleistungen im Grünbereich ließen das Defizit für 2010 auf fast 160.000 Euro ansteigen. Kosten, die Rintelns Steuerzahler leisten müssen. Und das ist nicht im Sinne der Stadt, die eine Kostendeckung anstrebt. Außerdem steht der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises noch aus, und auch das Amt fordert in der Regel eine höhere Kostendeckung. Die Stadtverwaltung prüft jetzt die vorhandene Gebührenstruktur und will hier insbesondere die anteiligen Kosten für die Freiflächen und die erhöhten Aufwendungen für Verbesserung der älteren Friedhöfe bewerten. Ein Fazit könnte sein: Höhere Kosten für Bestattungen auf den Rintelner Friedhöfen. Doch politischer Konsens ist es, vorher erst einmal die Kosten zu reduzieren. So könnte sich Ursula Helmhold von den Grünen vorstellen: "Blühende Wiesen statt wöchentlich gemähter Kurzrasen!" Extensivere Pflege soll die Kosten senken und darüberhinaus soll "...alles erhöht werden, was nicht eingespart werden kann!" Dieses Einsparpotential soll nun errechnet werden und Helmhold könnte sich vorstellen, die Bürger in einem Internetaufruf zur Mitbestimmung einzuladen; getreu dem Motto: "Was wollen sie lieben? Gebührenerhöhung oder reduzierter Pflegeaufwand auf dem Friedhof?" Das sei ein kleines Stück weit "Bürgerhaushalt". Wie weit die Bürger sich darauf einlassen, war in den politischen Lagern umstritten. Klaus Wißmann von der SPD mutmaßte: "Die Rücklaufquote wird gering sein!" Jörg Schröder, Rintelns Erster Stadtrat, führte den hohen Pflegeaufwand auf den Friedhöfen auch auf den Anspruch der Bevölkerung zurück, wie ein Friedhof auszusehen hat: "Die Friedhofskultur ist fest in der Bevölkerung verankert!" Und Gerlinde Göldner-Dorka mahnte: "Wenn die Stadt diese Ordnung verlässt, kann man sie von den Nutzern auch nicht weiter verlangen!" Eine Verwilderung der Friedhöfe drohe. Jetzt will sich der Finanzausschuss erst einmal von der Stadt das mögliche Einsparpotential vorrechnen lassen, bevor neue Gebührenordnungen erlassen werden.Foto: ste

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