RINTELN (km). Die Schaumburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Ursula Helmhold, hat kritisiert, dass das Niedersächsische Umweltministerium erst nach zwei Monaten über einen Störfall im Kernkraftwerk Grohnde informiert hat. Der Vorfall, von dem das Ministerium bereits Mitte März Kenntnis hatte, sei als meldepflichtiges Ereignis (INES 0 Meldestufe N) eingestuft worden.
Das zeige, so Helmhold, dass es sich nicht um einen alltäglichen Schaden handele. Zudem seien Brennstäbe in zwei Brennelementen beschädigt worden und nicht, wie bislang behauptet, lediglich ein Brennstab in einem Brennelement. Die Freisetzung über die Abluft habe nach Berechnungen ihrer Landtagsfraktion etwa 400 Milliarden Bequerel radioaktiver Gase betragen. Dazu seien Anteile von radioaktivem Jod und weitere radioaktive Aerosole gekommen. Genaue Zahlen wolle das Umweltministerium nachliefern. Die Freisetzung radioaktiver Stoffe liege zwar unterhalb der Grenzwerte - aber seit der Kinderkrebs-Studie sei offensichtlich, dass auch dann mit Wirkungen zu rechnen sei, sagte die Grünen-Politikerin. Ursula Helmhold und ihre Fraktion erwarten jetzt, dass das Umweltministerium die Regeln für die Information der Öffentlichkeit überarbeitet. "Solche Informationen," so die abgeordnete aus Rinteln, "müssen ohne Nachfrage von Bürgern oder Parlament schnellstmöglich auf den Tisch." Foto: km