TODENMANN (ste). 685 Kirschbäume machen den Rintelner Ortsteil zu etwas ganz Besonderem. Während der Kirschblüte durch den Ort zu schauen und sich an den tausendfachen Blüten zu erfreuen, das wissen auch Busunternehmer ihren Fahrgästen zu verkaufen. Im Ort selbst muss dafür allerdings noch Werbung gemacht werden. Und so nahm sich der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Todenmann dem Thema an, stellte einen Kontakt zu Pomologen (Sortenbestimmern) her und startete den Versuch, Todenmann wieder als "Kirschendorf" stärker in den Focus der Menschen zu rücken.
Unterstützung erhielten die Organisatoren um Gerd Beu dabei von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, der dem Rat in der Haushaltssatzung einen finanziellen Ansatz von 10.000 Euro für die Erstellung eines Kirschen-Rundwanderweges vorschlug. Im Januar diesen Jahres wurden dann die Vorbereitungen zur Erstellung eines Kirschbaum-Katasters getroffen. Mit im Boot ist auch das Aktionsbündnis Leader+, die bei der Förderung des Projektes Hilfestellungen geben sowie der Nabu aus Rinteln. Für Gerd Beu dennoch ein "...riesiger bürokratischer Aufwand", teilte er auf der Jahreshauptversammlung des FVV Todenmann mit und er machte auch deutlich, dass er sich noch mehr Engagement aus den Vereinen und Organisationen im Ort wünscht. Wie das Projekt weitergeführt werden soll ist klar. Wenn die Kirschen zu reifen beginnen, kommt Prof. Hans-Joachim Bannier nach Todenmann, nimmt Proben von Kirschen, wertet diese aus, vergleicht sie in Gen-Datenbanken und führt eine Sortenbestimmung durch. Im zweiten Schritt des Projektes kann dann eine umfassende Dokumentation der Erkenntnisse erstellt werden. Die Bingo-Umweltstiftung hat für den ersten Projektabschnitt bereits eine Fördersumme von 10.000 Euro in Aussicht gestellt und weitere 5.000 Euro gibt es aus Ortsratsmitteln aus dem Erbe Brade. Für den zweiten Projektabschnitt muss ein erneuter Förderantrag an die Bingo-Umweltstiftung gestellt werden. Außerdem will Frank Motulla "...mit dem Klingelbeutel" durch den Ort gehen und um Spenden bitten: "Das hat den Vorteil, dass die Bürgerinnen und Bürger auch mehr über das Projekt erfahren", hofft Motulla. Wenn Todenmann dann wieder als echtes "Kirschendorf" in das Bewusstsein der Menschen gerückt ist, können weitere Schritte erfolgen. So wird aktiv über ein Kirschblütenfest diskutiert, über die Krönung einer Kirschenkönigin und über weitere Aktionen mit dem Kernthema "Kirsche".
Doch der Verein war auch noch auf anderen "Baustellen" aktiv. So wurde - wie im letzten Jahr angekündigt - auf der 100 Jahre alten "Königshütte" am Papenbrink gefeiert, der Dorfteich wurde gereinigt, der Schützenbrunnen gesäubert und das "Männeken Piss" wieder instandgesetzt. Am 28. August soll die nächste Dorfteich-Fete steigen und auch für dieses Jahr stehen wieder reichlich Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten an. Die Arbeit des Vorstandes wurde von den Mitgliedern ausdrücklich gewürdigt. Gerd Beu als Vorsitzender, Ullrich Victoria als sein Stellvertreter, Monika Kortemeier für die Kasse und Hans Kortemeier als Schriftführer wurden wieder gewählt.Foto: ste