MÖLLENBECK (km). Fast exakt zehn Jahre nach einem ersten Gutachten gab es jetzt endlich grünes Licht für die Sanierung der Orgel in der Klosterkirche. Im Beisein von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz wurde vor Ort der Vertrag mit dem Orgelbaumeister Hendrik Ahrend aus Leer unterzeichnet. Mit von der Partie waren, neben Pastor Roland Trompeter und Pastorin Ute Schulz, auch die Organistin Gudrun Strathe, Chorleiterin Anke Jennrich sowie Günther Klußmeyer, Vorstandsmitglied der Sparkasse Schaumburg.
Direkt im Anschluss wurde die fast 170 Jahre alte Möhling-Orgel von den Mitarbeitern der Firma teilweise demontiert und für den Transport nach Leer vorbereitet, wo sie weitestgehend in ihren Originalzustand zurück versetzt werden soll. Im Dezember 2013 soll die "Königin der Instrumente" dann in Möllenbeck wieder erklingen.
Die Kirchengemeinde war und ist in ihren Bemühungen um die Finanzierung der Maßnahme weiterhin auf Gönner angewiesen, da in den Zeiten pekuniärer Schwindsucht immer häufiger ursprünglich zugesagte Mittel gestrichen wurden. Vor sieben Jahren hatte zunächst Kirchenkreis vorläufig die finanziellen Segel gestrichen, und auch die EU-Fördermittel aus dem "Leader-plus"-Fonds wurden seinerzeit verweigert - was sich freilich mittlerweile zum Guten gewendet hat: Tatsächlich wird das Projekt jetzt doch zum größten Teil mit Leader-plus-Mittel finanziert, und auch die Landeskirche hat Zuschüsse zugesagt. Dennoch reichen die mittlerweile verfügbaren knapp 400.000 Euro noch nicht ganz aus - weitere Sponsoren sind gefragt. Mithelfen, die Lücke von zirka 25.000 Euro zu schließen, wollen jetzt unter anderem die Deutsche Sparkassen-Stiftung und die Sparkasse Schaumburg. -
Der beklagenswerte Zustand der "Königin der Instrumente" ist unter anderem auf einige kuriose Vorkommnisse zurück zu führen. So wurden gegen Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1917 alle großen Orgelpfeifen im Bereich des 1836 erbauten Prospektes requiriert, und zwar für militärische Zwecke: Die insgesamt 85,47 Kilogramm schweren, aus Zinn bestehenden Teile wurden am 20. Juni 1917 demontiert - und später zu Führungsringen an Granaten umfunktioniert.
Pro Kilo wurde die Gemeinde mit 6,30 Mark entschädigt - plus 35 Mark für Unkosten. Besonderes Pech für die Möllenbecker war, dass die Orgel erst im Jahr 1906 zum größten Teil renoviert und erneuert worden war. Um das Instrument 1917 wieder "flott" zu machen, wurden die fehlenden Zinnpfeifen durch hölzerne ersetzt. Da aber Holz bekanntlich "arbeitet", dauerte es nicht lange, bis die ersten Missstimmungen hörbar wurden.
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