OBERNKIRCHEN (em). Mit einem Antrag auf Weiternutzung der Küche des Kreiskrankenhauses Stadthagen hat die Gruppe Grüne/WIR sich nun an den Kreistag gewandt.
"Sollte es tatsächlich zum Bau des Gesamtklinikums in Vehlen kommen, gehen in Stadthagen und Bückeburg zahlreiche Arbeitsplätze für Gering- oder Nichtqualifizierte verloren, da das neue Klinikum laut ProDiako – Sprecher Claus Eppmann keine eigene Küche haben wird, denn das Land beteiligt sich nicht an deren Finanzierung", so die Grüne-Kreistagsabgeordnete Marion Lenz. Es ist zu erwarten, dass das Essen, wie schon in anderen ProDiako –Einrichtungen üblich, in einem aufwändigen "Cook and Chill"-Verfahren in Magdeburg vorgegart, schockgekühlt und dann zum Verteilzentrum im Evangelischen Bathildiskrankenhaus nach Bad Pyrmont transportiert wird. Dort wird es portioniert, auf Tellern angerichtet und in die Einrichtungen ausgeliefert, wo es in Transportwagen auf den Stationen fertig gegart wird. "Sollte diese Planung umgesetzt werden, entstehen lange Transportwege, die wir für ökologischen Unfug halten. Zumal wir uns immer dafür eingesetzt haben, dass in den kreiseigenen Einrichtungen eine regionale, saisonale und frisch zubereitete Kost angeboten wird. Diese Bemühungen sehen wir durch oben beschriebene Veränderungen konterkariert", so Lenz weiter.
Stattdessen schlägt die Gruppe in ihrem Antrag eine Ausweitung des Küchenbetriebs vor, um gegebenenfalls auch andere kreiseigene Einrichtungen wie Schulen und Behörden mit Essen beliefern zu können.
Auch die Zusammenarbeit mit den berufsbildenden Schulen im Rahmen einer "Lehrküche" wäre für sie eine denkbare Option, welche nach Meinung von Fachleuten mit geringen baulichen Veränderungen realisierbar ist. "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie hier durch sinnlose Maßnahmen für Schaumburg wichtige Arbeitsplätze in andere Landkreise verlagert werden, kündigt Lenz an, notfalls gehen wir dafür auch auf die Straße."