RODENBERG (pd). Die Erkenntnis das "Probieren über Studieren" geht, liegt auch der Zielsetzung der "Miniphänomenta" zugrunde, die seit gestern in der örtlichen Grundschule Station macht. Gemeint ist damit eine Experimentiersammlung, die von der Uni Flensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz Fisser für Grundschüler entwickelt und erprobt wurde. Bis zum 20. Mai können Jungen und Mädchen der Julius-Rodenberg-Schule an 30 Experimentierstationen naturwissenschaftliche Phänomene beobachten und erforschen. In der Außenstelle Apelern sind zwölf Stationen in den Fluren aufgebaut.
"Die Erfahrungen aus dem Lernen mit Kopf und Hand, Nase und Ohr, bleiben bei den Kindern haften und regen zur Nachahmung an", so Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall, die diese Sammlung den Schulen in Niedersachsen kostenfrei zur Verfügung stellt, in einer Pressemitteilung. Aus Platzgründen kann in Rodenberg und Apelern nicht das komplette Experimentierfeld mit 52 Stationen "erfahren werden". Aber die Auswahl ist dennoch so vielfältig, dass die Neugier der Grundschüler bestimmt geweckt werden kann.
Davon sind auf jeden Fall die beiden Lehrerinnen Doris Scholvien und Marlies Dahms überzeugt. Ihrem Engagement hat die Schule die "Miniphänomenta" zu verdanken. Die beiden Pädagoginnen haben auf Kosten der Stiftung an einem zweitägigen Fortbildungsseminar teilgenommen und sich so auf die Aktionstage vorbereitet. Und dabei selber das eine oder andere Experiment durchgeführt. "Ganz offen, ohne Anleitung", so sollen auch die Grundschüler die Stationen ergründen. Und sich auf visuelle, akustische oder mechanische Phänomene einlassen. Da gibt es zum Beispiel eine Kugelbahn, auf der Glasmurmeln verschieden schnell rollen. Oder eine spezielle Art von "Haustelefon", bestehend aus zwei Trichtern und einem Gartenschlauch. Genial auch der "Sprechzeiger", bestehend aus einem Rohr mit Ableitungsstück, dass mit einer Art Membran aus festem Luftballon überzogen ist. Singt oder ruft man in das freie Rohrstück hinein, bilden Klang und Ton durch die Vibration eine Art Muster auf der Membran. Einfach und genial zugleich. In den nächsten Tagen lernen die Grundschüler an den Schulvormittagen die Stationen kennen. In der zweiten Woche haben auch Kindergartengruppen und die Förderschule am Deister die Möglichkeit zum Experimentieren.
In der kommenden Woche ist die Schau am Mittwoch, 18. Mai in Rodenberg und am Freitag, 20. Mai, in Apelern und Rodenberg von 15 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.Foto:pd