BAD NENNDORF (pd). Ziemlich unspektakulär verlief die lange erwartete offizielle Einweihung der neuen "Wellness"-Etage im "Moorbadehaus" an der Bahnhofstraße. Statt die ersten Fotos von entspannten Badenden im Heilschlamm machen zu können strahlten die leeren Wannen aus Edelstahl mit den geladenen Gästen um die Wette. Staatsbad-Geschäftsführer Hartmut Ammann und der kommissarische Leiter Heinz-Hermann Blome erläuterten die Besonderheiten der neuen Einrichtung, deren Einweihung schon länger erwartet worden war. Daher leitete Ammann seine Rede auch ein mit der Bemerkung "Was lange währt, wird endlich gut!"
Er erinnerte an die Eröffnung vom eine Etage höher liegenden "MediFit" im gleichen Gebäudekomplex im März 2009. Dieses sei zugleich der Startschuss für den Umbau des Schlammbadehauses gewesen. Nach Abschluss der Arbeiten sei es zu leidigen Verzögerungen gekommen, erinnerte der Geschäftsführer. Diese seien durch "unglückliche personelle Widrigkeiten und durch eine gewagte Produktpalette" verursacht worden, schob Ammann nach. Das alles solle jetzt aber in den Hintergrund treten. Man habe sich Gedanken über ein neues Konzept machen müssen, auch wegen der Anforderungen aus dem Prädikatisierungsverfahren. Jetzt können Bürger und Patienten in der 600 Quadratmeter großen "Wellness"- Etage in drei Räumen Moorvollbäder oder Solebäder einnehmen. Vier Wannen, eine davon ist als Doppelwanne konzipiert, stehen dafür zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch so genannte "Haslauer Schwebeliegen" für Moorpackungen und kosmetische Packungen, die in weiteren vier Räumen stehen. Zwei Kosmetikräume sowie ein separater Raum für die Fußpflege bieten vielfältige Möglichkeiten. Für die Zukunft rechnet sich der Geschäftsführer eine engere Vernetzung mit dem "MediFit" aus.
Handlungsbedarf gebe es noch genug, räumte Ammann ein. Die Außenfassade mit ihren braunen Klinkern bliebe vorerst so bestehen, in Abänderung zu den ursprünglichen Plänen. Lediglich ein neuer Schriftzug mit dem Namen "Moorbadehaus" weist auf die Neuheiten im Inneren hin. Die Fahnen davor würden ihn mehr an die bekannten "EmEukal-Lutschbonbons" als an ein Staatsbad erinnern, kritisierte er weiter. Auch da müsse sich noch einiges ändern. Rund 1,2 Millionen Euro sind laut Ammann in den Umbau gesteckt worden. Auftraggeber war das Land Niedersachsen. Jetzt müsse man offensiv in die Vermarktung und den Vertrieb gehen, so der Geschäftsführer. Der Betrieb selbst läuft zunächst aber noch nicht auf vollen Touren. Die "Wellness"-Etage wird anfangs montags, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr geöffnet haben. Wenn die Behandlungen und Therapien gut angenommen werden, sollen die Öffnungszeiten ausgedehnt werden. Ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Öffnung am Wochenende möglich ist, um weitere Touristen anzulocken, ließ er noch offen. Er sieht aber schon eine Option dahin, auch wenn er die Kostenentwicklung klar im Visier haben müsse. Die offizielle Einweihung der blitzeblanken Edelstahl-Wannen musste allerdings ausfallen. Im Normalfall würde es nur etwa eine Minute dauern, bis die Wanne mit 220 Liter Naturmoor gefüllt sind, konnte die Eröffnungsgäste erfahren. Weil aber das Rührwerk im Keller abgestellt war, gab es keinen "Vorführeffekt". Dafür können ab sofort Bürger oder Gäste der Kurstadt das wohlig-warme Gefühl genießen, in 40 Grad warmem Moor zu liegen. Foto:pd