1. Im Geschäftsjahr ist alles bestens gelaufen

    Bilanzsumme gesteigert, Mitgliederzahlen erhöht, Eigenkapital gestärkt / Heftige Angriffe auf die Lachmuskeln

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    RINTELN (ste). "Sag mir wie weit wirst Du gehen?" Mit dem Lied "Hungriges Herz" von Mia eröffnete die Volksbank in Schaumburg eine Ortsversammlung, die von Zuversicht und positiven Ergebnissen nur so strotzte. "Ein kraftvolles und erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 liegt hinter uns", lautete die Botschaft, die Volksbankvorstand Joachim Schorling an die gut 300 Mitglieder weitergab, die im Publikum nicht nur dem Geschäftsbericht entgegenfieberten, sondern auch der Frage: "Wie viel Dividende gibt es für unsere Geschäftsanteile?" Sechs Prozent werden es voraussichtlich sein, so Ansgar Haverkamp: "Denn jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt und die Volksbank will dabei helfen, Wünsche zu erfüllen!"

    Joachim Schorling stellte sich dann auf der Bühne den kritischen Fragen von Frank Werner. Mehr Bankenregulierung durch den Staat? Schorling sagte ein klares "JA", denn die Volksbank braucht weder strengere Kontrollen noch harte Stresstests zu scheuen. Mehr Eigenkapital? Auch hier ein "JA" von Schorling, denn die Genossenschaftsbanken sind damit ordentlich ausgestattet. Die Volksbank in Schaumburg steigerte ihr Eigenkapital im letzten Jahr um 3,3 Prozent auf 63 Millionen Euro. Ein Schulterzucken dagegen bei der Frage: "Wie stabil ist unsere gesamte deutsche Finanzstruktur?" Schorling forderte, dass die Staaten ihre Finanzen in den Griff bekommen und bescheinigte Deutschland immer noch eine gute Kreditwürdigkeit: "Wirtschaftskraft und vorhandene Werte sind in Deutschland sehr hoch!" Und mit einem verschmitzten Lächeln machte er auch Mut für den Bestand der anderen europäischen Staaten und ihren Finanzsystemen: "Der Rettungsschirm der Steuerzahler ist ja aufgespannt!" Die Volksbank in Schaumburg beteiligt sich übrigens nicht mit Geschäften an den Spekulationen rund um die "Wackelstaaten" wie Griechenland oder Portugal. Die Wirtschaft in Schaumburg, so Schorling, laufe ebenfalls prächtig: "Die Unternehmer teilen uns mit, dass ihre Auftragsbücher voll sind!" Auch Rinteln profitiere vom wirtschaftlichen Aufschwung, den die Volksbank mit unterstützt. Das Gewerbegebiet am ehemaligen Güterbahnhof hat die Volksbank mit geplant: "Und es ist toll geworden!" so Schorling. Als Orakel wollte er sich für ein künftiges "Kloster-Karree" allerdings nicht sehen: "Das braucht Zeit, aber ich habe gehört, dass der Investor weiter am Ball ist!" Schorling sah das Kloster-Karree als eines der zukunftsweisenden Projekte der Stadt an, für das es einen langen Atem braucht.

    Auf dem volksbankeigenen Braas-Gelände geht es vorwärts. Dort wird von Raiffeisen voraussichtlich ab September ein "Grüner Markt" gebaut als Haus- und Gartencenter. Auch mit anderen Interessenten ist die Volksbank für das 110.000 Quadratmeter große Gelände im Gespräch. Rinteln, so Schorling, brauche überdies ein neues und attraktives Wohngebiet im Kernstadtbereich. Nachdem der Steinanger und die Kirschenallee vorerst gescheitert sind, hat die Volksbank jedoch erst einmal kein Gebiet im Blickfeld. Ansgar Haverkamp war für die Zahlen zuständig. Knapp 980 Millionen Euro Kundengelder betreut die Volksbank, gut 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Kundenkontakt konnte anhand der festgestellten 17.000 Beratungsgespräche gesteigert werden. Und Haverkamp versprach: "Wir empfehlen nur, was die Kunden auch wirklich benötigen!"

    697 Millionen Euro an Krediten und 54 Millionen Euro für Baufinanzierungen stehen im Geschäftsbericht. Haverkamp verteilte eine gute Gesamtnote für das abgelaufenen Geschäftsjahr: "Auf einer Skala bis 10 würde ich guten Gewissens eine 9 verteilen!" Grund für Haverkamps Enthusiasmus ist auch die gute Kundenentwicklung auf 22.208 Mitglieder. Mit einem Sonderkreditprogramm will die Volksbank selbst die Wirtschaft "befeuern".

    Stefan Horstmann, in der Volksbank zuständig für Vermögensberatung, riet zu einem strukturierten Vermögensaufbau, bei dem die Mitarbeiter der Bank kompetent helfen können. Umwelt- und preisbewussten Hauseigentümern empfahl Horstmann, in diesem Jahr zu investieren: "Günstiger werden die Zinsen auf absehbare Zeit wohl nicht mehr!" so seine Prognose.

    Ein Schlüsselwort, auf das der "Finanzfahnder" Chin Meyer wohl offensichtlich gewartet hatte, denn seiner Ankündigung "Schauen Sie sich den Vorstand der Bank noch einmal an, solange er noch auf freiem Fuß ist" folgte ein Stakkato von humoristischen Angriffen auf die Finanzwelt. "Steuern", so der Kabarettist, seien "...Zwangsabgaben ohne den Anspruch auf Gegenleistung"; und davon mache der Staat regen Gebrauch. Die verkrusteten Strukturen in der Steuerverwaltung wollte er als Marketing-Manager aufgebessert wissen durch eine Namensänderung in "Cash Agency in Pole Position" und weitere Angriffe auf die Lachmuskeln der Besucher folgten in kurzen Abständen.

    Foto: ste

    BUZ I (2 Männer im Gespräch)

    Volksbank-Vorstand Joachim Schorling stellt sich entspannt den "kritischen Fragen" von Frank Werner, denn die Zahlen seiner Bank ist perfekt, das Geschäftsjahr war "...kraftvoll und erfolgreich".

    BUZ II (Einzelmann)

    Ansgar Haverkamp kann zufrieden sein mit der Entwicklung der Geschäftszahlen: "Bilanzsumme gesteigert, Mitgliederzahlen erhöht, Eigenkapital gestärkt!"

    BUZ III (Mann und Frau)

    Frauke Hüdig von der Volksbank in Schaumburg ist erstes "Opfer" für den Kabarettisten Chin Meyer.

    BUZ IV (Mann vor Publikum)

    Als "Steuerfahnder" kommt Meyer in den Saal und lässt ein wahres Feuerwerk an humoristischen Angriffen auf die Finanz- und Steuerwelt auf die Besucher herabregnen.

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