BAD NENNDORF (Ka). Seit 1885 gibt es den "Tag des Baumes", der in Amerika seinen Ursprung fand und am 25. April zelebriert wird. Seit einigen Jahren wird der internationale Ehrentag auch in Deutschland gefeiert und durch die Deutsche Dendrologische Gesellschaft und die Gesellschaft Deutsches Arboretum geehrt. Die Gesellschaften haben es sich zur Aufgabe gemacht, anlässlich diesen Ehrentages einen Rekordbaum auszumachen, denn ohne Bäume kein Leben. Ostermontag fand im Kurpark diesbezüglich eine Feierstunde statt. Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stand der Urweltmammutbaum "Metasequoia glyptostroboides", der 1955 durch die Hand des damaligen Staatsbad-Gärtners Wilhelm Kölling gepflanzt wurde. Kölling verstarb im letzten Jahr und so fand die Baum-Ehrung im Beisein seiner Tochter Barbara Göbe, der Bürgermeisterin Gudrun Olk, der Geschäftsführerin der Kur- und Tourismusgesellschaft Silke Busche und vielen Interessenten statt. Der besonders wertvolle und bemerkenswerte Baum neben dem Schlösschen ist im Umfang der stärkste Urweltmammutbaum in Deutschland, wusste Dr. Reinhard Weidner, Präsident der Gesellschaft Deutsche Arboretum, zu berichten. Der Baumrekord im Kurpark geht mit einem Stammumfang von 4,73 Meter in die Liste der "Champion trees" ein und übertrifft seinen Konkurrenten in Lindau am Bodensee. Urweltmammutbäume haben vor Millionen von Jahren in Europa, Amerika und Asien gelebt, wie man aus Versteinerungen und aus der Braunkohle im Kölner Becken, wie auch in der Lausitz ablesen kann. Durch die Eiszeiten wurden sie aber verdrängt und vernichtet. Sie galten weltweit bereits als ausgestorben und waren nur noch als Fossilien existent, so der Experte. Ein chinesischer Forstmann entdeckte im Jahr 1941 in einem isolierten Tal der Provinz Sechuan eine Anzahl der Urweltmammutbäume und legte damit den Grundstein für einen neuen Siegeszug. Heute findet man die Urweltmammutbäume in botanischen Gärten, Arboreten und Parks. Kölling pflanzte diesen und viele weitere Bäume im Kurpark und gedachte damit traditionell den Geburten seiner Kinder. Auch Prof. Peter Schmidt von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft und Bürgermeisterin Gudrun Olk fanden feierliche Worte für die Kurpark-Schönheit und die Bereicherung der Grünen Lunge. Die Süntelbuchen (Fagus sylvatica forma suentelensis ‚Tortuosa‘) blieben nicht unerwähnt, denn ihr außergewöhnliches Erscheinungsbild geht ebenfalls in die "natürliche" Geschichte der Region ein und zeichnet Bad Nenndorf aus. Foto: ka
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Der Urweltmammutbaum wächst in die Liste der "Champion trees"
Feierstunde zu Ehren der Natur / Internationaler Tag des Baumes in der Kurstadt
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