RINTELN (ste). Die Jahreshauptversammlung des Rintelner Städtepartnerschaftsvereins informierte die Mitglieder über die Aktionen des Vereins im letzten Jahr, und hier insbesondere über die Kontakte mit der polnischen Partnerstadt Slawno und der englischen Stadt Kendal.
Seit 14 Jahren hält Liesa Luchtmeier die Versammlung als Vorsitzende und sie konnte davon berichten, dass im letzten Jahr ein besonders hartnäckiger Bewerber für eine neue Partnerschaft beim Verein anklopfte. Eigentlich ja ein positives Signal, doch diesmal kam der Bewerber aus Novopolotsk in Belaarus (Weißrussland). Ein Land, so Luchtmeier, dass von einem der übelsten Diktaktoren regiert werde; und das quasi direkt vor unserer Haustür. Die von dem Bewerber angesprochenen "...wirtschaftlichen Vorteile" (Novopolotsk hat die drittgrößte Erdölraffinerie in Europa) seien da nebensächlich.
Der Verein pflegt laut Satzung auf "privater Ebene die Völkerverständigung": "So war es und so soll es auch bleiben", sagte Luchtmeier.
Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 20-jähriges Bestehen und dazu sollen Vertreter aller drei Städte in Rinteln zusammenkommen.
Stadtführerin Karin Gerhardt Lorenz konnte dann mit einer Diaschau über einen Besuch in Slawno berichten und stellte dabei fest: "Wir mussten alle erst einmal Lippenstift auflegen, denn die Frauen in Polen machen sich sehr fein, wenn sie in die Stadt gehen!"
Sie empfahl vor einem Besuch in der Partnerstadt das Buch "Viva Polonia", denn mitten in Europa wird in Polen eine ganz eigene Kultur und Tradition gepflegt. Günther Mücke stellte Bilder aus Kendal vor. Hier empfiehlt es sich, Regenkleidung mitzubringen, wenn man den wunderschönen Lake Distrikt erkundet.
Allerdings kann man auch in einem der traditionellen Pubs regengeschützt sein Bier genießen.
Weitere Aktivitäten von Rintelnern in den Partnerstädten und umgekehrt schilderten für Slawno Roza Koszewski und für Kendal Mike Middleton. Die beiden koordinieren die Kontakte und geben den Reisenden wertvolle Tipps mit auf den Weg.
Für dieses Jahr stehen mit Slawno noch ein Schüleraustausch mit dem Gymnasium, Besuche von Rintelnern in der polnischen Stadt und die Teilnahme einiger Schüler aus Slawno an der Rintelner Sommer-Uni an.
Besonders aktiv wird auch die Beziehung mit Kendal in diesem Jahr gepflegt. Fußballerinnen aus Krankenhagen wollen nach England fahren, die Briefmarkensammler haben einen Kontakt geplant und im Oktober rollt ein Reisebus wieder über Rotterdam auf die Insel. In umgekehrter Richtung kommen britische Schüler zur Sommer-Uni, Jugendfußballer wollen sich hier mit anderen Mannschaften messen und eine Gruppe von behinderten Menschen kommt zum Besuch zur Lebenshilfe. Für das Rintelner Weinfest haben sich zahlreiche Kendaler angekündigt, für die noch Gastfamilien gesucht werden.
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