1. "Da stehen mir die Nackenhaare hoch!"

    Bahnstreckenausbau Elze-Löhne im Kreuzfeuer / CDU will keine "Formel 1 der Güterwaggons"

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    RINTELN (ste). Seine Nackenhaare stellen sich ihm hoch, wenn er die Informationspolitik der Deutschen Bahn in Sachen Streckenausbau Elze-Löhne betrachtet. Veit Rauch, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes hatte gemeinsam mit anderen Vertretern der Rintelner Parteien an einer Info-Veranstaltung teilgenommen und musste ebenso wie Gerhard Helmhold von den Grünen feststellen: "Wir wissen, dass wir nichts wissen!" Rauch beteuerte dennoch: "Wir lassen die Bürger beim Thema Ausbau der Bahnlinie Elze-Hameln-Löhne keinesfalls im Stich!" Seine Position: "Verhinderung der angedachten erweiterten Güterzug-Bahntrasse!

    Wie wichtig das Thema für die Rintelner Bürgerinnen und Bürger ist zeigt die Tatsache, dass bereits ein Hausverkauf beim angesetzten Notartermin geplatzt ist. Ein Bürger aus Engern wollte sein Haus verkaufen und der Käufer sprang nach einem Pressebericht über den möglichen Ausbau der Strecke kurzfristig ab.

    Derzeitiger Sachstand ist, dass es einen Bundesverkehrswegeplan gibt, der überarbeitet wurde. Darin ist die Strecke zwischen Elze und Löhne vorrangig für den Ausbau für den Güterverkehr ausgewiesen worden. Der Plan steht jedoch erst 2015 zur Entscheidung im Bund an. Dann, so Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder, werde es bei einem positiven Votum aus Berlin erst einmal ein Planfeststellungsverfahren geben müssen, dann müssen die Finanzmittel bereitgestellt werden und dann erst könnte es möglicherweise zum Bau kommen. Viele Fragezeichen also noch auf dem Weg zu einem Ausbau der Strecke und noch weiß vermutlich wirklich niemand, ob es dazu kommen wird. Die Bahn am allerwenigsten, denn dort hatte Klaus Tadge über den DGB nachfragen lassen und stieß auf Unkenntnis.

    Gert Armin Neuhäuser zeigte sich jedoch skeptisch, ob die Würfel nicht schon längst gefallen sind: "Wenn ich lese, dass jetzt schon zwischen Braunschweig und Peine gebaut wird, glaube ich nicht, dass dann in Elze plötzlich Schluss damit sein soll!" Wer das glaube, sei ein Träumer. Die Bahn, so die Vermutung Neuhäusers, teste jetzt erst einmal aus, wo die geringsten Widerstände zu erwarten seien.

    Eine Vermutung, die Stadtrat Schröder so nicht teilte. Die Unternehmen, die ihre Güter auf die Schiene bringen, wollen vorrangig nach Hannover zum dortigen Knotenpunkt und nicht auf die Alternativstrecke.

    Längs des möglichen Bahntrassenausbaus formiert sich derzeit in den verschiedenen Kommunen bereits der Widerstand und auch Rinteln wird sich mit den betroffenen Gemeinden kurzschließen.

    Stutzig macht die Gemeinden, dass das langjährige Hin und Her des vierspurigen Bahnausbaus Seelze-Minden, dem Nadelöhr der bundesweit bedeutsamen West-Ost-Magistrale zwischen dem Ruhrgebiet, Hannover und Berlin, gerade erst im vergangenen Herbst auf Eis gelegt und faktisch als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs aus einer zukünftigen Realisierung im Bundesverkehrswegeplan herausgenommen wurde. Dafür braucht es jetzt einen Ersatz. Und den vermutet man in der Strecke Löhne-Braunschweig-Wolfsburg, die in der Dringlichkeit nach vorne rutschte. Und genau auf der Schiene liegt auch Rinteln. "So geht das nicht," meint Rauch und stellt fest: "Güter von der Straße auf die Schiene ist grundsätzlich der richtige Ansatz, aber nicht aus Kostengründen auf einem alten zurückgebauten Schienenweg, der unzumutbare Belastungen für Gemeinden, Städte und ihre Bürger mit sich bringt!"

    Foto: ste

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