RINTELN (mk). Diagnose Brustkrebs - diese Worte werfen jährlich Tausende Frauen aus der Bahn des bisherigen Lebens. Um diesen betroffenen Frauen in der alles in Frage stellenden, schweren Zeit ein wenig Trost und auch praktische Hilfe schenken zu können, hat sich vor zwei Monaten eine Gruppe von nähinteressierten Frauen aus dem Weserbergland zusammengefunden. Sie fertigen in ihrer Freizeit und aus überwiegend gespendeten Stoffen und Füllfasern herzförmige Kissen mit extra "langen Ohren".
Bequem unter dem Arm getragen, tragen sie ein klein wenig zum Schutz der Wunde bei, lindern den Druckschmerz und mindern Stöße ab. Nicht zu vergessen ist der symbolische Wert: ein Zeichen des Mitgefühls. Im Ratskellersaal in Rinteln konnte man ein reges Treiben und einen großen Berg dieser Herzkissen bestaunen. Die Initiative "Weserbergländer Herzen helfen…" hatte aufgerufen mitzuhelfen, möglichst viele dieser Kissen anzufertigen. Rund 55 Frauen, Kinder und auch ein Mann hatten sich eingefunden. Vier Stunden lang zugeschnitten, genäht, gestopft, zugenäht und letztlich ein kleines Kärtchen in Herzform als persönlicher Gruß befestigt, bevor die Kinder freudig strahlend die Herzen auf dem großen Tisch auftürmten. Und auch die Augen der Organisatoren strahlten angesichts des immer höher werdenden Berges. "Wir kamen ja zeitweilig mit zuschneiden und nähen gar nicht mehr nach, so fleißig wurde gestopft", erinnern sich Andrea Schermer und Angela Kampmeier, zwei der momentan 22 Frauen der Initiative. Das Resultat am Ende der Veranstaltung: 207 fertige Kissen und 60 Kissenhüllen. "Die Aktion hat viel Spaß gemacht, war gut organisiert. Und diese Menge an Herzen ist großartig", freut sich Initiativenmitglied Sandra Weynans für die Frauen, die demnächst eines dieser Kissen im Brustzentrum in Hameln oder Lemgo erhalten werden. An beide Kliniken, von denen jede pro Jahr zwischen 180 und 250 Neuerkrankungen behandelt, wurden bereits im März insgesamt 176 Kissen übergeben. Dass diese Kissen tatsächlich gern angenommen werden, konnte auch Organisatorin der Veranstaltung Michaela Rathkolb berichten. Wer mithelfen, in Kontakt treten oder mehr Informationen bekommen möchte, findet die Initiative im Internet unter herzkissen-weserbergland.blogspot.com.
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