BAD NENNDORF (em). Vorsorgeuntersuchungen - macht das überhaupt Sinn? Dieser Frage sind 65 Landfrauen bei einem Referat in Riehe nachgegangen. Im Landgasthaus Fischer referierte Natascha Scheschonka, Frauenärztin aus Bad Nenndorf, über das Thema, das alle Frauen angeht. Die praktizierende Frauenärztin aus Bad Nenndorf ist vielen Landfrauen gut bekannt, und so bestand sofort ein gutes Vertrauensverhältnis.
Ein großes Anliegender Ärztin war es, über den Gebärmutterhalskrebs aufzuklären. Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren wird vorbeugend eine HPV Impfung empfohlen, die auch von den Krankenkassen übernommen werden. Auch für Frauen ab der Menopause besteht das Risiko zum Gebärmutterhalskrebs, was bei den Frauen gar nicht so bekannt ist. Doch bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bleibt selbst bei positiven Befund genügend Zeit, Krebsvorstufen rechtzeitig zu entdecken, zu behandeln und heilen.
Auch über die Möglichkeiten der Darmkrebs-Früherkennung konnten sich die Landfrauen informieren. Natascha Scheschonka wies eindringlich darauf hin, dass zu viele Frauen heute noch auf die Möglichkeiten der Früherkenungsuntersuchung verzichten. Denn obwohl seit 2002 die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für zwei Vorsorge-Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren bei allen Versicherten ab 55 Jahren tragen, nehmen nicht einmal fünf Prozent diese Chance wahr. Dabei ist ein frühzeitig erkannter Darmkrebs heute heilbar und muss keineswegs das Todesurteil bedeuten.
Auch auf das Risiko von Herz- Kreislauferkranken bei Frauen nach den Wechseljahren, verursacht durch eingeschränkte Hormonproduktion, wies die Frauenärztin hin. Diese Erkrankung wird von Frauen weit unterschätzt. Die Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und Rauchen sind bekannt.
Nach diesen Ausführungen der Frauenärztin waren die Landfrauen doch nachdenklich geworden. Die Vorsitzende Karin Matthias bedankte sich bei Natascha Scheschonka für diesen Vortrag und stellte durch die gute Besucherzahl bestätigt fest, dass gesundheitliche Themen ein guter Schwerpunkt in dem Landfrauenprogramm sind und bleiben werden.