1. Keine Lippenbekenntnisse bei der Jugendarbeit

    Ralf Bredemeier beantragt Mittel für ein Mannschaftstransportfahrzeug

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    DECKBERGEN (ste). Mit 24 Einsätzen, darunter sieben Kleinbrände, zwei Großbrände, acht technischen Hilfeleistungen und mehreren Brandsicherheitswachen gehört die Stützpunktwehr Deckbergen nicht zu den Wehren, die sich über Arbeit beklagen müssten. Und Bredemeier konnte für dieses Jahr auch schon wieder vier Einsätze bilanzieren, darunter einen, der für den Verursacher möglicherweise teuer werden könnte. Ein Mann wollte einen Baum fällen und der drohte nach den unfachmännischen Sägearbeiten in eine Stromleitung zu stürzen. Die Stadtwerke waren vor Ort, die Feuerwehr machte den Baum kurz und klein und am Ende wird den Mann eine saftige Rechnung der Stadt erreichen: "Teures Feuerholz", wie Bredemeier befand. "Einsatzbewältigung" ist für ihn das Zauberwort in Zusammenhang mit der Feuerwehr. Daher kurbelt er die Ausbildung im Ort kräftig an, forderte auf Stadtebene mehr Möglichkeiten zum Atemschutzeinsatz und kritisierte das geringe Kontingent für die so wichtige Heißausbildung. "Feuerwehr definiert sich nach meiner Auffassung über die Fähigkeit zur Bewältigung von Einsatzlagen und nicht über die Erfolge bei Wettbewerben!" Damit die Einsätze in Deckbergen noch professioneller abgearbeitet werden können, gibt es im April einen neuen Hilfeleistungssatz für die Wehr, der auf neuestem technischen Stand ist. Dennoch gibt es für Bredemeier Lücken in der Ausstattung: "Wir sind ordentlich ausgerüstet, es könnte aber besser sein!" Das einzige Hohlstrahlrohr beispielsweise habe man sich selbst beschafft: "Wenn wir schon unsere Freizeit und manchmal auch Gesundheit opfern, sollten wir bestmögliche Ausrüstung erhalten!" Auch im Atemschutzbereich gebe es Nachholbedarf: "Ohne einen ausgerüsteten Sicherheitstrupp passieren immer wieder schlimme Unfälle!"

    Stefan Wolgast (v. li.), Marco Simon, Kerstin Wanagautzki, Christoph Wanagautzki und Nicole Wolgast werden auf den nächsthöheren Feuerwehrdienstgrad befördert.

    Mit seinen 33 Aktiven und einer starken Jugendabteilung, die mit Westendorf und Schaumburg eine Kooperation abgeschlossen hat, ist Bredemeiers Wehr gut aufgestellt.

    Und besonders die Jugend ist es auch, die dem Ortsbrandmeister am Herzen liegt: "Wer Jugendförderung propagiert, muss auch etwas dafür tun; Lippenbekenntnisse reichen nicht", so Bredemeier, der von der Stadt Mittel für einen Mannschaftstransportwagen beantragte. Transport und Mobilität sind bei der Feuerwehr ohnehin Problemworte, denn immer weniger Fahrer dürfen die 7,5 t schweren Einsatzfahrzeuge führen. Bredemeier forderte schnell die Erweiterung des "Feuerwehrführerscheins" auf 7,5 t und mehr Fahrsicherheitstrainings für die Einsatzkräfte.

    Befördern konnte Bredemeier Marco Simon und Stefan Wolgast zum Oberfeuerwehrmann. Hauptfeuerwehrmann wurde Christoph Wanagautzki und Hauptfeuerwehrfrau Nicole Wolgast und Kerstin Wanagautzki.

    Für 40 aktive Jahre wurde Ralf Bredemeier geehrt. Langjährig fördernde Mitglieder waren Werner Zeise (40), Willi Bradt (50) und Walter Kunze (50).Foto: ste

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