1. Die Oberschule als eine Notlösung

    Auffassungen von SPD und Grünen sowie von CDU/FDP und WGS gehen deutlich auseinander

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    RINTELN (ste). Die Stadt Rinteln wird den Landkreis Schaumburg nach einem Ratsbeschluss darum bitten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine Oberschule einzurichten. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Unterricht weitestgehend schulzweigübergreifend stattfindet und zudem wird ein gymnasialer Schulzweig beantragt. Die Oberschule wird in Rinteln allerdings nur einen Übergangscharakter haben, denn Ziel der Stadt ist es weiterhin, eine eigene Integrierte Gesamtschule zu bekommen. Die SPD setzte sich damit mit ihrem Antrag gegen den Alternativantrag der CDU durch. Für die CDU, so deren schulpolitische Sprecherin Dagmar König, ist die Oberschule eine dauerhafte Schulform ohne Einschränkungen. Sie hat nach ihrer Meinung sogar Vorzüge vor einer IGS. König kritisierte die Haltung von SPD und Grünen, die ihrer Meinung nach den Eltern auf lange Sicht keine Planungssicherheit bietet. Es sei eine "Zumutung", so König, für Schüler, Eltern und das Lehrerkollegium, dass man die Oberschule nur als Übergangsschule einrichten wolle. Die Einrichtung eines gymnasialen Zweigs sah sie ebenso kritisch: "Das macht nur Sinn an Schule, wenn man dadurch Kilometer zum nächsten Gymnasium spart!" Für den Landkreis Schaumburg sah sie den Schulfrieden mit vier IGS‘en und vier Oberschulen hergestellt.

    Gerlinde Göldner-Dorka von der SPD sah das erwartungsgemäß anders. Sie forderte, dass die neue Oberschule nicht nur eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule werden dürfe: "Das ruft bei Eltern die Angst hervor, dass ihre Kinder nicht ordentlich gefördert werden!" Eltern würden dann vielleicht ihre Kinder noch verstärkter in den Gymnasien anmelden, obwohl keine entsprechende Empfehlung vorliegt. Die Oberschule mit gymnasialem Zweig biete hier allerdings entsprechende Möglichkeiten. Die Oberstufe (Klasse 11 und 12) würden dann allerdings nur im regulären Gymnasium vorgehalten werden. Göldner-Dorka hatte ermittelt, dass von 100 beantragten Oberschulen in Niedersachsen gut 50 mit einem gymnasialen Zweig beantragt werden. Klar definiertes Ziel der SPD und der Grünen ist und bleibt eine eigene IGS in Rinteln. Ursula Helmhold sah in der Stadthäger IGS eine Erfolgsgeschichte, zumal die Herkunftsabhängigkeit von Bildungschancen in Deutschland noch immer sehr stark ausgeprägt sei.

    In Gesamtschulen sei das anders. "Schulsieger in Niedersachsen und Deutschland kommen immer mehr aus Gesamtschulen!" Die Quote von Abiturienten an IGS‘en ist insbesondere bei Jugendlichen ohne Gymnasialempfehlung besonders hoch. "Hier gibt man den Kindern Zeit für ihre Entwicklung und fördert zielgerecht!" Für die Einrichtung neuer IGS‘en brachte Helmhold das Jahr 2013 als Zahl ins Rennen; dann sind Landtagswahlen. "Bis dahin müssen wir getreu dem Motto "In der Not frisst der Teufel Fliegen" handeln und eine gut funktionierende Oberschule einrichten", so Helmhold, die daraufhin heftig von Seiten der CDU kritisiert wurde.

    Den Vorschlag der Übergangsschule fand auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz attraktiv. Schon jetzt fahren 32 Schülerinnen und Schüler zur IGS nach Obernkirchen und vier nach Stadthagen. Nach dem Sommerferien kommen 37 weitere Schüler dazu. "Wir müssen die Botschaft an die Eltern senden: Wir haben in Rinteln attraktive Schulen", so Buchholz. Die SPD konnte dann mit den Stimmen der Grünen und dem WGS-Ratsherren Heinrich Sasse ihren Vorschlag für die Einrichtung einer Oberschule durchsetzen. Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, die Oberschule als dauerhafte Schulform zu zementieren.Foto: ste

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