1. Gewalt-Opfer wollen vor allem ihre psychischen Belastungen aufarbeiten

    Stiftung Opferhilfe wirbt auf dem Polizeirevier/ Fast 20.000 Euro Unterstützung erhalten

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    RINTELN (km). Im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens zeigt sich die niedersächsische Stiftung Opferhilfe besonders aktiv. Jetzt wurde auch im im Eingangssbereich des Rintelner Polizeirevier ein "Roll Up" installiert, eine großflächige Informationsleinwand, die über die Arbeit der Einrichtung informiert, die sich um Opfer von Straftaten kümmert.

    Beim Pressegespräch legte Dagmar Behrens, die Leiterin des Regionalbüros Bückeburg, jetzt die aktuelle Statistik für das vergangene Jahr vor. Daraus geht hervor, dass im Landkreis Schaumburg insgesamt 84 Opfer einer Straftat Unterstützung gesucht haben. 86 Prozent der Betroffenen waren Frauen.

    In fast der Hälfte aller Fälle (46,4 Prozent) geht es dabei um die "sexuelle Selbstbestimmung" - der höchste Wert innerhalb der letzten zehn Jahre.

    26 Mal (31 Prozent) waren "Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit" Anlass für Hilfsgesuche, und immerhin fünf Mal standen "Straftaten gegen das Leben im Fokus". Besonders auffällig in der Tabelle sind sieben Fälle von "Stalking", einer Straftat, die erstmals im Jahr 2008 registriert wurde - weil das Wort erst seitdem im Sprachgebrauch der Behörden existiert. In der Definition der Opferhilfe handelt es sich bei den Betroffenen um Menschen, die "durch beharrliche Nachstellungen in den unteschiedlichsten Ausprägungen mürbe gemacht werden". -

    Wie wird jetzt der Kontakt zwischen den Opfern und der Hilfsorganisation hergestellt? - Die Zusammenarbeit mit der Polizei, heißt es in der Statistik, sei punktuell (personenbezogen) sehr gut. Die Zahlen wiesen aus, dass die Vermittlung durch die Polizei sich fast verdoppelt habe. Opfer, die über die Justiz an das Büro vermittelt würden, kämen hauptsächlich vom Landgericht. Dazu Dagmar Behrens: "Auch hier kann von einer sehr guten Zusammenarbeit gesprochen werden." Eher selten werden Kontakte durch die Staatsanwaltschaft oder die Amtsgerichte vermittelt. Das soll in diesem Jahr verbessert werden.

    Zuschüsse (insgesamt fast 20.000 Euro) gab es im vergangenen Jahr laut Statistik unter anderem für Beerdigungen, für Umzüge, für Rechtsanwaltskosten, Therapiekosten/Fachberatung, Fahrtkosten, für Wohnungseinrichtungen oder schlicht für verschiedene Bereich des Lebensunterhalts. -

    Am Ende des Gesprächs auf dem Polizeirevier stellte Dagmar Behrens heraus, dass sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt habe: Das primäre Bedürfnis beim Aufsuchen des Opferhilfebüros bestehe darin, die psychische Belastung aus den meist gewalttätigen Erlebnissen der Klienten im Beratungsgespräch aufzuarbeiten und Unterstützung bei der Bewältigung der aus der Straftat resultierenden Belastungen zu erhalten. Auch die Weitervermittlung an adäquate Beratungs- und Therapieangebote sei ein wichtiger Bereich der Tätigkeit. In der Regel stehe tatsächlich nicht die finanzielle Unterstützung im Vordergrund.

    Ausdrücklich begrüßt wird die Aktion mit dem "Roll Up", der für mindestens vier Wochen im Eingangsbereich des Reviers verbleiben wird, von Steffen Arndt, dem Rintelner Leiter des Einsatz- und Streifendienstes und von Kripo-Chef Jörg Stuchlik. Es sei gut, dass es Organisationen wie die Opferhilfe gebe, stellte Stuchlik besonders eingedenk einer Tatsache heraus: "Wir kümmern uns ja in erster Linie immer nur um die Täter."Foto: km

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