LANDKREIS (bb). Die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Schaumburg hat sich 2010 gegenüber dem Jahr 2009 leicht erhöht. Erfreulicherweise sank dagegen die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg Frank Kreykenbohm und die Leiterin Einsatz Kathleen Hirt verwiesen bei der Vorstellung der Statistik zum Verkehrsunfallgeschehen 2010 im Landkreis also auf eine in gewisser Weise zweiseitige Entwicklung.
3270 Unfälle registrierten die Polizeibeamten 2010 auf den Straßen und Wegen Schaumburgs, damit 72 mehr als im Vorjahr. Diese Steigerung um etwa 2,3 Prozent sei zu einem guten Teil auf das Winterwetter zu Beginn und am Ende des Jahres zurückzuführen, hielten Kreykenbohm und Hirt fest. Immerhin sorgten 2010 an vergleichsweise vielen Tagen Schnee und Eis für glatte Straßen. Trotzdem sei hier letztlich eine Unterschätzung von Risiken festzustellen, die zu einer nicht ausreichend angepassten Fahrweise führe.
Erfreulich sei der Rückgang der Unfälle mit Personenschaden im selben Zeitraum, hielt Kreykenbohm fest. Dieser sank merklich von 630 solcher Verkehrsunfälle in 2009 auf 560 Fälle in 2010, dies ist ein Rückgang von rund 11,1 Prozent. Dies sei eine Entwicklung, die sich auch im langfristigen Trend beobachten lasse. "Da haben wir über die Jahre einen Sicherheitsgewinn", hielt Kreykenbohm fest. In Verbindung damit sank auch die Anzahl der schweren Personenschäden in 2010 auf einen Zehnjahrestiefstwert. Bei sieben Unfällen mit Todesfolge waren 2010 neun Opfer zu beklagen, ebenso wie 2009. Die Anzahl der Schwerverletzten sank von 111 in 2009 auf 86 in 2010. Ein deutlicher Rückgang dieser schweren Unfälle war auch in der Risikogruppe der jungen Fahranfänger (18 bis 24 Jahre) zu verzeichnen.
Überhöhte Geschwindigkeit bleibt in Schaumburg die Unfallursache Nummer eins, dann besonders oft mit schwerwiegenden Folgen. Einen Schwerpunkt der Arbeit der Beamten der Polizeiinspektion werde auch in Zukunft das Thema Unfallflucht sein, erklärte Kathleen Hirt. 2010 verzeichnete die Polizei im Landkreis 783 Unfallfluchten, rund ein Viertel der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle. Von 42 Verkehrsunfallfluchten mit Personenschäden klärte die Polizei 20 auf, steigerte damit die Aufklärungsquote deutlich auf 48 Prozent. Mit der weiteren Qualifizierung der Beamten werde man versuchen, die Möglichkeiten zur Aufklärung weiter zu erhöhen, berichtete Kathleen Hirt. Der technische Fortschritt erhöhe die Erfolgsaussichten bei der Ermittlung, etwa durch neue Verfahren bei der Unfallaufnahme.
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