1. Vereinsheim unbedingt wiederbeleben

    Mehrgenerationenhaus möglich / Konzept von Interessengemeinschaft / Fördermittel gefragt

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    BAD NENNDORF (pd). Das Vereinsheim an der Bahnhofstraße soll wieder mit Leben erfüllt werden. Favorisiert wird dafür ein Mehrgenerationenhaus (MGH), für das unter Umständen auch Fördertöpfe angezapft werden können. Einstimmig hat sich der Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport dafür ausgesprochen, die schon mit dem Thema befasste Interessengemeinschaft Vereinsheim (IG) mit der Ausarbeitung eines schlüssigen Konzeptes zu betrauen. Architekt Uwe Wollmann soll die Kosten für den Umbau ermitteln. 20 000 Euro sind für die Planung bereits im Haushalt 2011 der Stadt Bad Nenndorf verankert worden.

    Die alte Küche soll nach dem Umbau dem Jugendzentrum zur Verfügung stehen. Ratsvertreter und Verwaltung bei einem Rundgang durch das ehemalige Vereinsheim.

    Jetzt sind diejenigen am Zuge, die das Haus nach der Sanierung auch maßgeblich nutzen werden. Das werden neben dem VfL Bad Nenndorf, dem Schützenverein und dem Männergesangverein Bad Nenndorf auch die Besucher des bisherigen Jugendzentrums sein, dass aller Voraussicht nach von der Kramerstraße in Teile des Gebäudes neben dem Hallenbad umziehen wird. Im Verlauf der Ausschusssitzung brachte der Leiter des Jugendzentrums, Moran Dzang, seine Zustimmung für die Pläne vor.

    Auch wenn er etwas bedauerte, den mehr als 40 Jahre gehaltenen Standort der Begegnungsstätte aufgeben zu müssen. Von der Größe her werde man sich nicht verschlechtern, mutmaßte der Jugendpfleger. Vor allem die leer stehende Hausmeisterwohnung soll später für die Jugend nutzbar sein. Bei ersten Sondierungsgesprächen mit der IG habe es schon viele Gemeinsamkeiten in Bezug auf die spätere Ausrichtung des Hauses gegeben, fügte Dzang noch an.

    Stadtdirektor Bernd Reese klärte darüber auf, dass noch bis 2019 per Vertrag die Nutzung des Gebäudes durch die IG läuft. In Niedersachsen gebe es mehr als 500 MGH, ein dafür aufgelegtes Förderprogramm des Bundes laufe nur noch bis Ende 2011. Ob dieses Programm weiter laufen wird, sei "wahrscheinlich, aber nicht sicher". Die in der Förderung stehenden Einrichtungen erhalten für die Dauer von maximal fünf Jahren jährlich 40 000 Euro als Zuschuss für Personalkosten. Um in den Genuss dieser Gelder zu kommen, müssen entsprechende Anträge noch in diesem Jahr gestellt werden.

    Als Sprecher der IG meldete sich der Vorsitzende des VfL Bad Nenndorf zu Wort. Volker Thies kritisierte die nach seiner Ansicht zu vielen Verzögerungen. "Wenn wir uns um ein Konzept bemühen, dann soll es auch vorangehen", forderte er. Die Gespräche mit dem Jugendpfleger würden gut laufen. Wichtige Impulse würden die Vereine bereits liefern. Jetzt sei die Politik gefragt. Reese, der gleich zu Beginn das große Interesse an dem Thema gelobt hatte und auch die Arbeit der beteiligten Vereine in Bezug auf erste Pläne und Konzept besonders herausstellte, sieht in der gemeinsamen Nutzung ein großes Potential für ein "Generationen übergreifendes soziales Netzwerk". Möglich wäre ein Haus nach dem Muster der "Alten Polizei" in Stadthagen. SPD-Ratsherr Klaus- Dieter Salzbrunn sprach sich klar dafür aus, das Haus zu sanieren. Das Gebäude mache einen erbärmliche Eindruck.

    Die IG soll nun ein zuverlässiges Konzept ausarbeiten und der beauftragte Planer Wollmann dazu den Kostenplan ermitteln. "Da wird einiges auf uns zukommen", so der Verwaltungschef. Er empfahl die Umsetzung der Umbauarbeiten "in Scheiben". Durch günstige Grundstücksverkäufe könnten der Stadt Gelder zur Verfügung stehen, die dann den finanziellen Spielraum bei der Umwandlung in ein MGH erhöhen würden, so seine Spekulation.

    Der Ausschussvorsitzende Werner Tatge zum Projekt: "Das Ganze steht und fällt mit einem schlüssigen Konzept".

    Silke Engelking vom VfL Bad Nenndorf möchte Gestaltungsspielräume, ohne große Einmischung von Seiten der Politik. Dagegen verwahrte sich Ansgar Werner (CDU). Vor dem Hintergrund einer schwierigen Haushaltslage könne es kein "Wünsch dir was" geben. Das Konzept müsse auch finanzierbar sein, so seine Forderung an die IG. Mehr Einflussnahme bei der Planung wünscht sich der Seniorenbeirat der Samtgemeinde Nenndorf. Das Haus müsse senioren- und behindertengerecht gestaltet werden. Friedrich Kreft beschwerte sich darüber, dass der Beirat bislang zu Gesprächsrunden über das Haus nicht eingeladen worden sei. Foto:pd

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