1. Hexen-Invasion in Stadt und Rathaus

    Krawattenträger gehören zu beliebtesten Opfern

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    RINTELN (ste). Die Hexen waren los am Tag der Weiberfastnacht. Donnerstag musste so mancher Mann in der Stadt um seine beste Krawatte bangen, falls er nicht Vorsorge traf und den alten Schinken von vor zehn Jahrem um den Hemdkragen schlang. Das Fazit der verrückten Weiber: "Die Weiberfastnacht war dieses Mal gut besucht und auch sehr lustig!" Das Fazit der Männer: "Nur gut, dass die Mädels den Rest des Jahres normal sind und uns nicht an die Krawatten gehen!" Viele versteckten sich gar vor den wilden Weibern. Die Flure im Rathaus sollen nach den Wahrnehmungen der Hexen männerleer gewesen sein und auch in den Büros musste man sie suchen. Ein ähnliches Bild in der Sparkasse, doch dort trafen die Frauen auf den völlig verdutzten Dirk Ackmann, der jetzt auf die Suche nach einer neuen Krawatte gehen muss. Vorsichtshalber gab die Hexenführung vor der Tour durch die Stadt die Parole aus "...schneidet nicht alles ab was hängt", denn einige Frauen waren kaum zu bremsen in ihrem Antrieb, die Langbinder zu kappen. Pfiffige Ideen hatten einige Herren der Volksbank. Sie hatten sich kurzerhand Papierkrawatten umgebunden, was die Frauen schlichtweg mit "Stilbruch" bezeichneten. Die Frauen machten sich einen Spaß daraus, statt der Krawatten die Schnürsenkel abzuschneiden; und die waren bei keinem der Männer aus Papier!

    Karl Lange übergibt den symbolischen Rathausschlüssel und damit die Macht an die Rintelner Hexen.

    Die Bewirtung war überall prächtig, mussten die "Drachen" doch gefüttert werden. Im Rathaus, Sparkasse, Volksbank, Hotel Stadt Kassel und in den neuen Räumlichkeiten von Veit Rauch wurde geschlemmt und getrunken. Karl Lange, Rintelns stellvertretender Bürgermeister, gab nicht nur einen aus, er übergab auch den Schlüssel für das altehrwürdige Rathaus an die Hexen. Mit einem gezielten Sprung in einen "Schutzraum" und einem geschickten Schlüsseldreh‘ zog sich Jörg Reinecke von "Apollo Optik" aus der Affäre. Die Hexen mutmaßten: "Er hatte wohl eine gute und möglicherweise teure Krawatte um!" Auch in der Fußgängerzone wurde getanzt, geschunkelt und viele Leute blieben stehen, schauten den Frauen zu und freuten sich mit ihnen über ihren Frohsinn. Die Sonne unterstrich die gute Laune: "Es war wirklich super!", resümierte Ute Schobeß: "In diesem Sinne Helau!"

    Foto: privat

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