1. Gewalt ist keine Privatsache

    Arbeitsgruppe "Kind" zeigt im "Haus Kassel" Ausstellung / Nach Bad Nenndorf folgt Rinteln

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    BAD NENNDORF (pd). Die Tatsache, dass der scheidende Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier seine letzten Amtshandlung ausgerechnet zur Eröffnung der Ausstellung im Haus Kassel vollzogen hat, lässt auch etwas den besonderen Stellenwert von Thema und Zielsetzung erahnen. Die Arbeitsgruppe "Kind" vom Runden Tisch "Häusliche Gewalt" des Landkreises hat die Ausstellung "Gegen Gewalt in (Paar)-Beziehungen" des Landeskriminalamtes nach Schaumburg geholt (wir berichteten). Mit großer Aufmerksam verfolgten Vertreter verschiedenster Institutionen die Eröffnung.

    Von Ingetraud Wehking gab es für Heinz-Gerhard Schöttelndreier bei seiner letzten Amtshandlung als Dankeschön für die Unterstützung ein leeres Büchlein, dass sich gut für die Memoiren eignet.

    Mit berührenden Dialogen führte die Arbeitsgruppe eindrucksvoll in das Thema ein.

    Das Band als Symbol für ein dichtes Netztwerk wurde durch die Reihen gereicht.

    "Der Name ist Programm" machte Gabriele Dransfeld von der AWO-Beratungsstelle "BISS" als Sprecherin deutlich. In der Präventionsarbeit müsse verstärkt auf die Rolle der Kinder vor dem Hintergrund häuslicher Gewalttaten stehen. "Sie sind Augen- und Ohrenzeugen und dabei das schwächste Glied in der verhängnisvollen Kette". Sie dankte allen Akteuren für den Einsatz bei der Organisation der Ausstellung und der begleitenden Fachvorträge im "Haus Kassel". Und den Sponsoren, mit dabei die Volksbank in Schaumburg, Marktbereich Bad Nenndorf. Die Ausstellung ist von kommenden Montag an eine Woche in Rinteln im Ratskeller zu sehen. Im Rahmenprogramm spricht dort am Dienstag, 8. März, der Diplom-Sozialpädagoge Kurt Thünemann zum "Spannungsfeld Kinderschutz-Frauenschutz".

    Beim Thema "Gewaltschutz" sei Schaumburg besser aufgestellt als mancher andere Landkreis, zeigte sich Schöttelndreier in seiner Ansprache als Schirmherr überzeugt. Er erinnerte daran, dass laut Statistik 80 Prozent der Betroffenen später selber gewalttätig würden. Man solle nie die Augen vor diesen Vorfällen verschließen. Gewalt in Familien sei längst keine Privatsache, machte er deutlich. Und Ausstellung wie diese seien wichtig, um die Gesellschaft für dieses Thema noch mehr zu sensibilisieren.

    Die Eröffnung der Ausstellung war bestimmt von einer eindrucksvollen szenischen Darstellung von Mitarbeiterinnen der Arbeitsgruppe, textlich erarbeitet von Ingetraud Wehking vom Beratungszentrum "Basta" und Annette Schedewy vom Kreisjugendamt. Zusammen mit Sozialarbeiter Christian Moritz vom Theater "Vinolentia" aus Hannover führten die Akteure mit Dialogen in das Thema "Gewalt in der Familie" ein. Schlagworte wie Ekel, Panik, Verzweiflung, Wut zierten einen Vorhang, der am Ende zu einem Band zusammengefügt durch die Zuschauerreihen gezogen wurde. Nach den Worten von Gabriele Dransfeld stand diese Aktion als Sinnbild für eine Zielsetzung der Ausstellung "In einem gut geknüpften Netzwerk den Kindern helfen". Foto:pd

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