1. Wo bleiben die neuen Sänger aus dem 2000-Einwohner-Dorf?

    MGV will sich mit noch mehr Elan für mehr aktive Mitglieder einsetzen

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    KRANKENHAGEN (ste). Die Hoffnung stirbt zuletzt, und so setzt der MGV Krankenhagen auch künftig darauf, dass man mehr jungen Nachwuchs für die Sängerschaft gewinnen kann. Das ist auch dringend nötig, denn nachdem fünf Sänger im letzten Jahr ausfielen, musste der auf 16 Sänger geschrumpfte Chor sein Liedgut neu sortieren und den ersten und zweiten Bass zusammenlegen. Vierstimmigkeit ist somit nur noch eingeschränkt möglich. Entmutigen ließen und lassen sich die Sänger dennoch nicht. Sie waren im Ort präsent, sangen wo es ging und besuchten mit stattlichen Abordnungen Termine anderer Gesangvereine. Nur einmal wurde es dabei so richtig "eng". Zum 125-jährigen Jubiläum der Germanen aus Uchtdorf traten nur zehn Sänger aus Krankenhagen an und Vorsitzender Bernd Requardt musste zusammen mit Chorleiterin Rita Lüse abstimmen: "Singen wir, oder singen wir nicht?" Als dann der "Daumen hoch" ging und Acobaleno, La Morettina und Tokajerblut gesungen wurde, konnte Chronist Gerhard Werner später in sein Buch schreiben: "Wir erhielten donnernden Applaus nicht nur für unseren Gesang, sondern auch für unseren Mut, mit der Notbesetzung zu singen!" Die Mitgliederwerbung für aktive Sänger soll nun durch geeignete Maßnahmen forciert werden, doch "...stricken können wir uns keine neuen Sänger!", so Bernd Requardt.

    Rita Lüse ist sich als Chorleiterin sicher, dass man gemeinsam den MGV Krankenhagen am Leben halten kann.

    Gerald Sümmenicht wird für 25 aktive Sängerjahre mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

    Musik bestimmt nicht nur satzungsgemäß das Vereinsleben der Krankenhäger Sänger. Wo man eingeladen ist, da wird auch gesungen. So beim Jubiläum der Apotheke im Ort, beim Dämmerschoppen, am Volkstrauertag und in der Kirche. "Bei unserem eigenen Konzert in der Kirche konnten wir eindrucksvoll unterstreichen: Wir sind noch da!", schrieb Gerhard Werner in die Chronik. Wenn jetzt noch ein paar Sänger dazukommen, wie Pastor Helmut Syska hofft, dann geht es mit dem Gesang im Ort auch wieder aufwärts. Syska hat in vielen Gesprächen mit Menschen festgestellt, dass der Gesang wieder einen höheren Stellenwert erhält. In der Kirche sind es insbesondere die Gospelchöre, die regen Zulauf verspüren. 63 Mitglieder hat der MGV Krankenhagen und 2010, so die Chronik, habe gezeigt, dass man mit dem "harten Kern" noch ein maßgeschneidertes Repertoire gut präsentieren könne. Zusammen mit dem Kirchenchor wurde auch modernes Liedgut einstudiert: "Mit über 30 Sängerinnen und Sängern ist die Klangfülle groß und die Chorsätze klingen sehr harmonisch", endet Werner in seinem Jahresbericht. Für 25 aktive Jahre im Verein konnte Bernd Requardt dann Gerald Sümmenicht mit der silbernen Ehrennadel auszeichnen. Blumen gab es auch für die unermüdliche Chorleiterin, die "ihren Männern" mit auf den Weg gab: "Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass der Verein nicht den Bach runter geht!"Foto: ste

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