DECKBERGEN/SCHAUMBURG/WESTENDORF (ste). "Recht wahrnehmen!" Auf diesen Punkt bringt die SPD Fraktion im Ortsrat Deckbergen/Schaumburg/Westendorf die Möglichkeit jedes Bürgers im laufenden Verfahren zur Ausweisung eines Vorranggebietes für Windenergie in Rinteln Stellungnahmen abzugeben. Dies kann noch bis zum 18. Februar bei der Stadtverwaltung erfolgen.
Gegen die Empfehlung des Ortsrat Deckbergen/Schaumburg/Westendorf beabsichtigt die Stadt Rinteln die Ausweisung eines Vorranggebietes für Windenergieanlagen südlich der Bahnstrecke.
Da für dieses Gebiet inzwischen erneut ein Antrag eines auswärtigen Interessenten vorliegt, der auf die Errichtung von zwei etwa 150 Meter hohen Windrädern zielt, zeige sich das nicht über ein abstraktes Verfahren diskutiert werde. Leider lasse der Antrag darauf schließen, dass verschiedenen Grundstückseigentümern die mögliche Einnahmequelle wichtiger sei als der Erhalt der Landschaft und sie daher ihr grundsätzliches Einverständnis zu einer Aufstellung gegeben haben.
Nach Auskunft von Windenergieanlagenbetreibern, sei bei derartigen Windrädern mit einem Schattenschlag von rund 1.500 Metern zu rechnen, was bei der Lage südwestlich von Deckbergen nicht ohne Auswirkungen auf die angrenzenden Industrie- aber auch Wohnbereiche bleiben werde.
Auch wenn hinsichtlich des Schattenschlages Auflagen erfolgen würden, bleibe das Risiko letztlich bei den betroffenen Einwohnern. Sie seien gegebenenfalls in der Beweispflicht nachzuweisen, dass die Auflagen nicht eingehalten würden. Da in diesem Gebiet laut Untersuchungen nur rund 800 Windstunden sind, werde dies unmittelbaren Einfluss auf die erforderliche Rendite der Anlagen haben. Dem Betreiber wird daran gelegen seien, den Wind optimal auszunutzen.
Die Stadt Rinteln habe im Planungsverfahren jegliche Schutzgebiete von vorneherein als mögliche Vorranggebiete ausgeschlossen. Eine Prüfung, inwieweit hier beispielsweise landwirtschaftliche Flächen vorhanden sind, die geeignet wären, erfolgte nicht. Da diese Gebiete generell höher als der Standort südwestlich von Deckbergen liegen, seien diese in dieser Hinsicht auf die dortigen Windstunden besser als Vorranggebiet geeignet. Es sei schon ungewöhnlich, ein Vorranggebiet dort auszuweisen, wo die wenigsten Windstunden zu erwarten seien.
Jeder Bürger habe das Recht, die Planungsunterlagen einzusehen und seine Stellungnahme schriftlich oder zur Niederschrift bis zum 18. Februar bei der Stadtverwaltung Rinteln abzugeben. Dieses Recht gelte für alle Bürger und nicht nur die unmittelbaren Anlieger, teilt Jürgen Henze für den Ortsrat mit.