1. Verwaltungsausschuss will Rintelner IGS

    Im Kreis-Schulausschuss wird am Mittwoch die neue Richtung vorgegeben / Kommen jetzt Oberschulen per "order mufti"

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    RINTELN (ste). Es war eine 6:2:1 Entscheidung (6 Pro, 2 Gegen, 1 Enthaltung) "Pro IGS in Rinteln", die der Verwaltungsausschuss jetzt fällte. Er stellte sich damit hinter den SPD-Antrag. Klaus Wißmann hatte darin eine IGS mit Standort in Rinteln gefordert und damit der IGS in Lindhorst quasi aus Rintelner Sicht eine Abfuhr erteilt.

    Eine Haltung, die Gert Armin Neuhäuser von der WGS schon auf der letzten Ratssitzung im Dezember gefordert hatte. Zu dieser Zeit wollte im Rat jedoch kaum jemanden den Kreis und seine Position für zwei IGS‘en vor den Kopf stoßen. Jetzt kam jedoch nach 14-monatiger Bearbeitungszeit aus dem Kultusministerium eine Absage für zwei IGS-Standorte im Landkreis Schaumburg und Rinteln musste sich entscheiden. Während sich die SPD klar für eine IGS einsetzte, fand in der CDU auch die angekündigte Oberschule in der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule Freunde. Über den CDU-Antrag wurde im VA allerdings nicht abgestimmt.

    Konkret heißt die Absage aus Hannover allerdings für Lindhorst und Rinteln, dass es zum Schuljahresbeginn 2011 keine weitere IGS im Kreis geben wird.

    Und aus den Reihen der Schulleitungen von Haupt- und Realschule bezweifeln Heinz Pettenpaul und Horst Kynast, dass eine vernünftig strukturierte Arbeit in einer neuzugründenden Oberschule in der kurzen Zeit machbar ist. Die Oberschule ist trotz des Votums im Rintelner VA immer noch eine der möglichen künftigen Schulformen, denn der Landkreis Schaumburg ist als Schulträger für die weiterführende Schullandschaft in seinem Hoheitsgebiet zuständig.

    könnte er theoretisch auch gegen die Stimmen aus Rinteln eine Oberschule für die kreisgrößte Stadt per "order mufti" beschließen. Für Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz stellt sich allerdings die Frage, wie eine Oberschule nach Einführung arbeiten könnte.

    Noch gibt es keine entsprechenden Erlasse und Verordnungen. Dagegen ist bei einer IGS alles gut durchgeplant. Kurssysteme, gemeinsamer Unterricht, Abschlüsse; alles ist genau geregelt. Wie sich der Kreis nun am Mittwoch, 2. Februar, in dieser Frage entscheiden wird, ist noch unklar.

    Drei Möglichkeiten listet Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier dem Fachausschuss auf:

    - Weiterverfolgung des Antrages (auf zwei IGS‘en), dazu Erhebung Klage vor dem Verwaltungsgericht

    - Einleitung eines komplett neuen Verfahrens für nur einen Standort (dazu müsste der Kreis über die Frage des möglichen Standorts Rinteln oder Lindhorst entscheiden!) - Verzicht auf Rechtsmittel, Prüfung der Einrichtung von Oberschulen auch in Rinteln und Lindhorst.

    Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war, wird sich nach aller Voraussicht der Kreis um eine direkte Abwägung Rinteln-Lindhorst drücken und stattdessen eher auf Zeit setzen. Die würde man durch ein Verwaltungsgerichtsverfahren gewinnen. Und unsere Quelle mutmaßt: "Damit es dann überhaupt weitergeht, könnte der Kreis Oberschulen einrichten und sich so aus der Affäre ziehen!"

    Für Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz stellt sich die Frage, ob der bereits erhobene Bedarf neu berechnet werden müsste, wenn der Kreis nur eine IGS mit Standort in Rinteln beantragt: "Unter Umständen müssten auch die Einzugsbereiche neu festgelegt werden und eine erneute Befragung der Eltern stattfinden!"

    Für den Rintelner Verwaltungschef ist die Einrichtung einer IGS auch eine Frage des Selbstverständnisses einer Stadt im Landkreis Schaumburg: "Andere Schulen, beispielsweise die IGS in Hess. Oldendorf, haben schon Interesse an Rintelner Kindern bekundet!" Für Rinteln gelte es, ein Zerfließen der Schülerströme nach außerhalb zu verhindern.

    Und dazu müsse es in Rinteln künftig zwei starke Säulen in der Schullandschaft geben; zum einen ein Gymnasium, zum anderen eine zweite, durchlässige Schulform: "Allen voran eine IGS, denn das ist Elternwille!"

    Foto: ste

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