1. Jetzt geht auch die SPD auf Kampfkurs

    Einrichtung einer IGS in Rinteln gefordert / Lindhorst könnte Außenstelle von Stadthagen erhalten / Prüfauftrag für Verwaltung

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    RINTELN (ste). Die SPD-Fraktion positioniert sich jetzt klar für eine IGS mit Standort Rinteln und gibt damit ihre bisherige moderate Haltung für zwei IGS-Standorte in Lindhorst und Rinteln auf.

    Im VA, der am Mittwoch stattfand (SW berichtet an anderer Stelle), stellte die SPD sich auf die Seite der WGS und forderte: "Die Stadt Rinteln soll den Landkreis Schaumburg bitten, beim Niedersächsischen Kultusministerium die Einrichtung einer IGS in Rinteln zu beantragen!"

    Die SPD ist empört über die Haltung des Niedersächsische Kultusministeriums, das nach immerhin 14- monatiger Prüfung den Antrag des Landkreises Schaumburg auf Einrichtung einer IGS in Rinteln und Lindhorst abgelehnt hat. "Die SPD-Fraktion sowie die von der Ablehnung betroffenen Eltern sind massiv enttäuscht darüber, dass die niedersächsische Landesregierung die intensiven Bemühungen des Landkreises Schaumburg um eine bedarfsgerechte Verbesserung der Schullandschaft im Landkreis mit Füßen tritt", ärgert sich Klaus Wißmann als Fraktionsvorsitzender über die schleppende Bearbeitung im Ministerium und das Ergebnis.

    Das Angebot der Landesregierung zur Einrichtung einer so genannten "Oberschule" ist für die SPD keine wirkliche Alternative, da hier lediglich Hauptschule und Realschule unter ein gemeinsames Dach mit neuem Namen schlüpfen sollen. Auch die Möglichkeit, diese zwei Schulzweige durch einen gymnasialen Zweig zu ergänzen, ermögliche keinen wirklich gemeinsamen Unterricht für alle Schüler. Die von den Eltern gewünschte integrative Beschulung sei auf diese Weise nicht möglich. Die SPD-Fraktion unterstützt daher ausdrücklich den Wunsch vieler Eltern, eine Schule einzurichten, in der Kinder unterschiedlicher Begabung nach der Grundschule gemeinsam unterrichtet werden. Nur eine IGS biete die von den Eltern gewünschte Durchlässigkeit des Schulsystems, so Wißmann.

    "Es muss Schluss sein mit der frühzeitigen Sortierung unserer Kinder nach der 4. Klasse. Nur eine IGS bietet die Gewähr dafür, dass die Kinder entsprechend ihrer persönlichen Fähigkeiten nach Abschluss der 9. bis 10. Klasse die Möglichkeit erhalten, sich für den Besuch eines gymnasialen Zweiges zu entscheiden, um einen Abiturabschluss zu erhalten. Die bisherigen Ergebnisse der Arbeit an integrierten Gesamtschulen belegten, dass auf diese Weise deutlich mehr Schüler am Ende der 10. und 13. Klasse höhere Abschlüsse erreichen, als deren Laufbahnempfehlungen am Ende der 4. Klasse vermuten ließen.

    Eine mit dem Gymnasium Ernestinum und der BBS-Rinteln kooperierende IGS-Rinteln wäre nach Ansicht der SPD eine ideale Ergänzung für ein zukunftsträchtiges Bildungsangebot in Rinteln. Daher geht die SPD in Rinteln nun - ebenso wie die WGS bereits in der letzten Ratssitzung andeutete - in die Offensive und positioniert sich klar "Pro Rinteln" und "Contra Lindhorst". "Die Fraktion der SPD im Rat der Stadt Rinteln bittet den Landkreis Schaumburg, auf die geänderte Rechtslage zu reagieren und beim Niedersächsischen Kultusministerium die Einrichtung einer IGS in Rinteln zu beantragen. In Anbetracht der im Einzugsbereich der Stadt Rinteln vorhandenen Schülerzahlen und der mittelzentralen Funktion unserer Stadt erscheint ein auf Rinteln beschränkter IGS-Antrag genehmigungsfähig, sofern der Einzugsbereich der IGS-Rinteln durch eine Neuordnung der Schulbezirke angepasst wird", schrieb Wißmann in seinen Antrag an den VA. In diesem Zusammenhang sei aus Sicht der Fraktion der SPD von Bedeutung, dass beispielsweise bereits jetzt der Zuständigkeitsbereich des Job Centers in Rinteln sich auf das Gebiet der Gemeinde Auetal und der Samtgemeinde Bad Eilsen erstrecke. Gleiches gelte für die Aufgabenbereiche der Agentur für Arbeit sowie den Wohngeld- und Sozialbereich. Den berechtigten Interessen der Lindborster Eltern an einer IGS-Beschulung könnte möglicherweise durch eine Außenstellenlösung Rechnung getragen werden, so Wißmann. Deshalb solle der Landkreis Schaumburg umgehend prüfen, ob dieses Ziel mit einer Anbindung einer Lindborster IGS-Außenstelle an die IGS Stadthagen erreicht werden könne.

    Foto: ste

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