RINTELN (km). Seit nunmehr zwei Jahren steht das Team des Familienbüros Rintelner Eltern und Kindern beratend und unterstützend zur Seite: Egal, ob sie eine Tagespflegeperson suchen, ob sie sich über Freizeitangebote informieren wollen, ob sie einen Zuschuss für Aktivitäten ihres Kindes brauchen oder ob sie die richtigen Anlaufstellen für ihr Anliegen suchen - Mareen Fennert, Claudia Frevert-Fricke und Albrecht Schäffer geben Auskunft oder stellen den Kontakt zu den zuständigen Stellen her.
Die "Seele" des Familienbüros: Mareen Fennert (v.li.), Claudia Frevert-Fricke und Albrecht Schäffer.
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Darüber hinaus finden Eltern, Jugendliche und Kinder bei der kostenlosen und vertraulichen Beratungsstelle einen Weg aus familiären Konflikten und Problemen. Gespräche mit der systemischen Beraterin Claudia Frevert-Fricke finden sowohl im Familienbüro als auch auf Wunsch im eigenen Zuhause statt. Eine Entlastung bieten zudem die "Familienpaten" an, die einmal pro Woche auf freiwilliger Basis in die eigenen vier Wände kommen, um den Eltern zur Seite zu stehen und sich mit den Kindern zu beschäftigen. Ansprechpartner für das Angebot ist Albrecht Schäffer. Das vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebot aus einer Hand, das vom Kinderschutzbund und der Stadt gemeinsam verantwortet wird, nehmen die heimischen Familien gern an. Das zeigt die starke Zunahme der Gesprächskontakte: Mit rund 2000 Gesprächskontakten hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr annähernd verdoppelt. Bemerkenswert sei, stellen die Verantwortlichen fest, dass gerade auch Eltern mit Migrationshintergrund ins Familienbüro kämen und Rat suchten.
Dazu beigetragen habe sicherlich der neue Flyer, der im Frühjahr 2010 in vier Sprachen gedruckt und an öffentlichen Stellen ausgelegt worden sei: In Deutsch, Türkisch, Russisch und Polnisch. Auch über die Internetseite der Stadt Rinteln könnten sich seit dem Frühjahr Eltern über das Angebot der Einrichtung informieren. Das Familienbüro ist eine der vom niedersächsischen Sozialministerium anerkannten Servicestellen für Zuschüsse aus der Stiftung "Dabei sein". Im vergangenen Jahr hatten bereits 60 Familien bei Mareen Fennert einen Zuschuss von bis zu 100 Euro beantragt, durch den ihre Kinder sich bei einem Sportverein, bei der Musikschule oder bei anderen Bildungsmaßnahmen anmelden konnten. An zwei weiteren Projekten mit der gleichen Zielrichtung hat sich das Familienbüro-Team im Jahr 2010 beteiligt: Im August an der Erarbeitung des Projektes "Hinein in den Sportverein!", das in diesen Tagen offiziell startet, und im September an der Plakataktion "Kein Kind soll durchs Netz fallen!". Beide Aktivitäten waren von der Aktionsgruppe "Soziales Netzwerk Rinteln" initiiert worden und fanden landesweit Beachtung. Auf der Internetseite des Landesprogramms "Familien mit Zukunft" etwa werden die Aktionen als "Beispiele guter Praxis" in der Dokumentation über Aktivitäten im Rahmen der Aktionswoche zur Überwindung von Kinderarmut vorgestellt.
Ebenfalls im September kürte das Team des Familienbüros die Gewinner der Aktion "Familienfreundliche Gaststätte". Im März hatten Mareen Fennert, Claudia Frevert-Fricke und Albrecht Schäffer 36 Rintelner Gastronomen schriftlich dazu eingeladen, Fragebögen zum Thema Familienfreundlichkeit in Gaststätten auszufüllen und zurückzusenden. Ziel der Aktion war es gewesen, die örtlichen Gastronomen für die Bedürfnisse von Eltern mit kleinen Kindern zu sensibilisieren. Auch bei mehreren großen Veranstaltungen wirkte das Familienbüro-Team tatkräftig mit. So gab es zum Beispiel ein kurzweiliges Begleitprogramm zur kindgerechten Klimaschutzausstellung "Leuchttor", die vom 20. bis zum 26. September auf dem Marktplatz zu sehen war. Beim Spielfest zum "Weltkindertag" mischte das Familienbüro ebenso mit wie an einer Fortbildung für Eltern zum Thema "Gefahren im Internet" und an einem Theaterstück zur Suchtprävention, das im Dezember für Schüler der siebten und achten Klassen aufgeführt wurde. Anfang Oktober beteiligte sich das Familienbüro an Veranstaltungen der "Interkulturellen Woche". Neben einem deutsch-türkischen Bilderbuchkino gab es eine Lesung mit Geschichten aus aller Welt und ein "Erzählcafé" für Menschen verschiedenster Nationalitäten.
Halbjährlich gibt Mareen Fennert den "Rintelner Familienkalender" heraus, in dem Veranstaltungen aufgeführt sind, die für Familien mit Kindern interessant sein könnten. In Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege und mit dem Kinderschutzbund unterstützt sie außerdem Elternkurse wie "Starke Eltern - Starke Kinder", die im Freizeitzentrum Kulisse durchgeführt werden.
Doch nicht nur das breit gefächerte Informations- und Unterstützungsangebot macht es für heimische Familien lohnenswert, sich mit ihren Fragen an das Familienbüro zu wenden. Aus zahlreichen Gesprächen mit Eltern, Jugendlichen und Kindern weiß Beraterin Claudia Frevert-Fricke, dass die kurzen Wege und die Kontakte zu Institutionen vor Ort wichtig und hilfreich sind: "Eltern oder Kinder, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, brauchen ein offenes Ohr für ihr Anliegen und die Erfahrung, dass sie nicht abgewimmelt, sondern unterstützt oder an die zuständigen Stellen weiter geleitet werden." Foto: km