1. Noch eine Woche werden die hohen Pegelstände bleiben

    Beschwerde beim Wasser- und Schifffahrtsamt über mangelhafte Bewirtschaftung der Edertalsperre

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    RINTELN (ste). Das Hochwasser in Rinteln wird Nach- und Nebenwirkungen haben. Nicht nur bei den Betroffenen, die mit vollen Kellern und Einschränkungen in der Verkehrsführung leben mussten, sondern auch in der Aufbereitung durch die Stadtverwaltung. Die hatte sich diesmal vorbildlich auf das Hochwasser vorbereitet und im Ordnungsamt mit Amtsleiter Ullrich Kipp einen kleinen Krisenstab eingerichtet. Ärgerlich war dabei, dass der automatische Messwertpegel in Rinteln seit Wochen ausgefallen ist und auch der Rinteln-eigene Pegel seinen Geist aufgab. So war man darauf angewiesen, den Pegel an der Weserbrücke manuell abzulesen.

    Und der entwickelte sich bis Dienstag Morgen auf 6,54 Meter; Tendenz steigend. Das THW wurde in Alarmbereitschaft versetzt, um die Hochwasserspundwand im Bereich der Dauestraße aufzubauen. Unter der Anleitung von Herbert Weiser klappte das dank der erfahrenen Helfer des THW problemlos. Immer wieder sichtete auch Weiser an seinem Standort mit einem Messstab den Wasserstand.

    Für die Rintelner Feuerwehr war ebenfalls Großalarm. Mit zahlreichen Freiwilligen pumpten sie Keller im Bereich von Engern und Ahe aus, sicherten die Sperrstellen der Straßen und halfen, wo Hilfe nötig war.

    Für ratsuchende Bürger stand in der Stadtverwaltung ein Ansprechpartner zur Verfügung und weitere Straßensperrungen sorgen für jede Menge Ratlosigkeit bei Verkehrsteilnehmern, die nun nicht mehr auf ihren angestammten Wegen zur Arbeit, nach Hause oder zu ihren Kunden fahren konnten. Besonders der Schwerlastverkehr hatte immer wieder Schwierigkeiten, den Weg ins Industriegebiet West zu finden. Beim Ordnungsamt reagierte man mit neuen Schildern und noch mehr Hinweisen.

    Die Pegelstände wurden auf der Internetseite der Stadt Rinteln auf der ersten Seite aktualisiert dargestellt. Als Höchststand ging man noch bis zum Dienstag Nachmittag von 6,70 Metern aus.

    Ahe war dadurch so gut wie abgeschnitten vom Rest der Stadt. Nur über Großenwieden/Deckbergen war eine Zuwegung gerade noch möglich. Die Westumgehung war in Richtung Norden ab der Einmündung zum Berufsschulzentrum nicht mehr befahrbar und gesperrt. Auch der Gemeindeverbindungsweg Möllenbeck Richtung Eisbergen war nicht mehr passierbar. Sensible Bereiche wurden duch das Ordnungsamt und die freiwilligen Helfer stetig kontrolliert.

    Um 9.10 Uhr vermeldete die Feuerwehr am Dienstag der Einsatzleitung, dass der problematische Bereich "Fokkenkump" an der Dauestraße/Zur Drift sich nach Überflutung des Schutzwalls im Bereich der Süd-Contrescarpe füllt. Das war das Signal für das THW, die die Hochwasserschutzwand aufbauten. An der Ost-Contrescarpe war zur Sicherheit der Wall verstärkt. Durch das aufgeweichte Erdreich sickerte nur wenig Wasser, so dass die Kanäle für die Oberflächenentwässerung das Wasser noch bewältigen konnten. Um 10.10 Uhr meldete die Stadtverwaltung den bisherigen Höchststand von 6,60 Meter, Tendenz fallend. Nach Auskunft des überregionalen Hochwasserdienstes hat die Hochwasserwelle Rinteln damit durchlaufen.

    Man geht jedoch davon aus, dass aufgrund bevorstehender Regenfälle und warmer Temperaturen am Wochenende die derzeitigen Wasserstände wohl noch etwa eine Woche so bestehen bleiben.

    Hochwasserwerte, die nach Ansicht von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz deutlich geringer hätten ausfallen können. Er hatte bereits im Dezember des vergangenen Jahres in einem Schreiben an Katrin Urbitsch als Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hann. Münden darum gebeten, die Abflussmengen der Edertalsperre zu erhöhen, um damit mehr Hochwasserschutzraum in der Talsperre zu gewinnen (s. dazu gesonderten Bericht).

    Am Mittwoch war der Spuk dann erst einmal vorbei. Die Pegel sanken und das freute nicht alle. Denn bei sinkenden Pegelständen laufen immer wieder Keller im Bereich der Drift und Dauestraße voll. Die Anwohner hatten sich darauf in der Regel jedoch gut vorbereitet und hatten Pumpen installiert.Foto: ste

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