1. "Natürlich ist der Arbeitskreis bisweilen lästig, aber das ist auch unsere Aufgabe"

    Denkmalschützer legen ihren ersten Jahresbericht als Hochglanz-Broschüre auf

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    RINTELN (km). In Form einer informativen und bunt bebilderten Hochglanz-Broschüre hat der Arbeitskreises Denkmalschutz jetzt seinen ersten Jahresbericht aufgelegt. Dabei wird die Entstehungsgeschichte des jungen Vereine noch einmal rekapituliert, und darüber hinaus geht es auch um die Motivation und die Zielsetzung.

    Die Entwicklung als eigenständiger, gemeinnütziger Verein habe sich "in rekordverdächtig schnellem Tempo" vollzogen, wie es Pressesprecher Werner Zimmermann formulierte: "Schon am 12. August 2009, gerade einmal neun Tage nach seinem Ausschluss aus dem Heimatbund, machte der Arbeitskreis unter der Leitung seines Vorsitzenden Dr. Alexander Lattermann im Tagungsraum der Stadtwerke Nägel mit Köpfen."

    Am 26. August wurde die Satzung fixiert, am zweiten September fand die Gründungsversammlung statt, und bereits zehn Tage später präsentierte sich der Verein mit einem eigenen Infostand beim Tag des offenen Denkmals vor und im Alten Museum. -

    "Fast 400 Baudenkmale und rund die Hälfte davon allein in der Altstadt," heißt es in dem Jahresbericht, "geben dem historisch geprägten Rinteln ein unverwechselbares Gesicht. Denkmalschutz erhält dieses kulturelle Erbe und sichert es als Kapital für die Zukunft." Um dem Denkmalschutz angesichts alltäglicher Interessenkonflikte Gehör und Gewicht zu verschaffen, heißt es weiter, sei ein "bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar". Und eben dieser Aufgabe habe sich der Arbeitskreis Denkmalschutz seit 2001 verschrieben - zunächst unter dem Dach des Heimatbundes und seit 2009 in eigener Regie.

    Die "unermüdliche Überzeugungsarbeit" sei der Schlüssel für sein erfolgreiches Wirken - was insbesondere für die "nicht immer konfliktfreie Beziehung zur Stadt und ihren Entscheidungsträgern" gelte. Erfreulicherweise sei es dem Verein bereits gelungen, sich auf ein Netzwerk mit kompetenten Institutionen stützen zu können. Von den verschiedenen Arbeitsfeldern wurden einige separat herausgestellt. Besonders geht es dem Verein darum, Bevölkerung, Politik, Verwaltung "für den Wert des historischen Erbes zu sensibilisieren". Darüber hinaus will der Arbeitskreis "kritisch konstruktive Beteiligung an Planungen und Entscheidungen der Stadt" realisieren und nicht zuletzt "dem Denkmalschutz eine öffentliche Stimme geben". Denkmalschutz könne nicht isoliert auf das Einzelobjekt oder Ensemble bezogen werden: "Er muss vielmehr die Funktion der Altstadt insgesamt im Blick haben und sie stärken. Ihre Zukunftsfähigkeit entscheidet über die Bewahrung der historischen Bausubstanz. Der Arbeitskreis sieht deshalb Stadtentwicklung und Denkmalschutz als unauflösbaren Zusammenhang." "Natürlich", heißt es in dem Bericht weiter, "ist der Arbeitskreis Denkmalschutz bisweilen lästig" - aber das sei auch seine Aufgabe.

    Zu den "Lieblingskindern" des Verein zählen bekanntlich das Geßnersche Haus und das Alte Museum. Während aber das kleine Fachwerkhaus am Kirchplatz in neuem Glanz erstrahlt, beschäftigen "der nach wie vor unverändert deprimierende bauliche Zustand des Alten Museums und die offenbar noch immer ungeklärte Zukunft des Denkmals" den Arbeitskreis weiterhin regelmäßig: "Alle unsere Bemühungen," heißt es im Jahresbericht, "die Einhaltung der Zusagen der Eigentümerfamilie zu erreichen, blieben bisher leider ohne Erfolg." Besondere Resonanz gab es zuletzt bei einem Vortrag von David R. Froessler aus Düsseldorf über die "Herausforderung Leerstand". Dabei machte der Experte deutlich, dass das Problem gemeistert werden könne. Dafür sei freilich "eine gemeimsame Verständigumg vor Ort über die für die historische Altstadt angestrebte Entwicklung eines Leitbildes unverzichtbar - selbstverständlich mit organisierter Einbindung der Beteiligten, Betroffenen und der Bürger".

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