RODENBERG (pd). In unserer Ausgabe am Sonnabend, 18. Dezember, informierten wir die Leser über das Projekt "Ärztehaus am Schloss". Im Verlauf der letzten Ratssitzung im Jahr 2010 hat Stadtdirektor Uwe Heilmann Einzelheiten zu dem Vorhaben, auf dem Gelände des jetzigen Parkplatzes am Burgwall ein Ärztehaus bauen zu wollen, ausführlich erläutert. Die Vertreter der Politik gaben ihrerseits ihre Standpunkte zu dem Projekt ab. Am Ende der Debatte stand eine dreigeteilte Abstimmung über das "Ärztehaus".
Die in unserem Bericht wiedergegebenen Äußerungen von Ratsvertretern und der Verwaltung werden von fünf Medizinern, die in Rodenberg praktizieren, deutlich kritisiert. Ihre grundsätzliche Kritik lautet auf den Punkt gebracht "Es wird der Eindruck erweckt, als stünden alle Ärzte in Rodenberg hinter dem Projekt. Das ist falsch!" Dr. med. Ludwig Belka, Dr. med. Monika Hornig, Dr. med. Hans-Detlef Kaltenbach, Dr. med. Cornelia Kaltenbach und Ulrike Stramke, alle praktizierende Ärzte in der Deisterstadt, stellen für sich fest: "Befürchtungen, dass wir den Standort Rodenberg in den nächsten Jahren verlassen würden, entbehren jeglicher Grundlage", ärgern sich die Mediziner, die sich auch daran stören, erst aus der Presse und durch einen Kollegen von der Planung des Ärztehauses erfahren zu haben. Mit großer Verwunderung hätten sie die Äußerung vom CDU-Fraktionssprecher Carsten Schulz vernommen, der in der Ratssitzung die Befürchtung aussprach "Bei einem Nein zu dem Projekt könnte in zehn Jahren der letzte Arzt aus Rodenberg verschwunden sein".
Von den sieben niedergelassenen Ärzten in Rodenberg würden nach ihrer Kenntnis drei Kollegen hinter dem Projekt stehen und die Notwendigkeit sehen. Falsch sei es, allgemein von "der Rodenberger Ärzteschaft" zu sprechen. "Es ist weiterhin festzustellen, dass wir bisher von der Stadt Rodenberg nicht über das Projekt und Einzelheiten informiert worden sind", kritisiert Dr. Ludwig Belka im Namen seiner anderen vier Kollegen.